Der wahre Wert eines Schmuckstücks

Der wahre Wert eines Schmuckstücks

Es gibt Fragen, die höre ich als Goldschmiedin regelmäßig. Eine davon lautet: „Was kostet das?“

Das ist eine völlig berechtigte Frage. Schließlich möchte jeder wissen, welche Kosten auf ihn zukommen, wenn er ein Schmuckstück kaufen oder anfertigen lassen möchte. Trotzdem habe ich in den letzten Jahren immer häufiger das Gefühl, dass diese Frage zwar wichtig ist, aber oft an dem vorbeigeht, worum es bei Schmuck eigentlich geht.

Den Preis eines Schmuckstücks kann ich berechnen. Den Wert häufig nicht.

Warum Preis und Wert nicht dasselbe sind

Als Goldschmiedemeisterin weiß ich, was Edelmetalle kosten. Ich kenne die täglichen Schwankungen der Goldpreise und weiß, wie stark sie sich auf die Kalkulation eines Schmuckstücks auswirken können. Ich weiß, was Edelsteine kosten und wie viele Stunden Arbeit in einer Anfertigung stecken. All das fließt am Ende in einen Preis ein.

Doch je länger ich diesen Beruf ausübe, desto häufiger begegnen mir Schmuckstücke, die mich daran erinnern, dass Preis und Wert nicht dasselbe sind.

Wenn Schmuck mehr erzählt als sein Material

In meiner Werkstatt landen regelmäßig Schmuckstücke, die auf den ersten Blick völlig unspektakulär wirken. Abgetragene Eheringe, Anhänger mit kleinen Gebrauchsspuren oder Ketten, die seit Jahren nicht mehr getragen wurden. Würde man sie nur nach ihrem Material beurteilen, wären viele davon nichts Außergewöhnliches. Doch sobald die Menschen beginnen, ihre Geschichte zu erzählen, ver

ändert sich der Blick auf diese Schmuckstücke oft vollständig.

Ich erinnere mich an viele Gespräche, in denen wir nach wenigen Minuten gar nicht mehr über Schmuck gesprochen haben. Dann ging es um Eltern, Großeltern, Ehepartner oder Menschen, die längst nicht mehr da sind. Es ging um gemeinsame Jahre, um Erinnerungen und um Ereignisse, die oft Jahrzehnte zurückliegen. Der Schmuck lag zwar auf dem Werktisch, doch im Mittelpunkt stand etwas ganz anderes.

Schmuck als Erinnerungsstück

Geöffneter Schmuckkoffer mit verschiedenen Ringen, Anhängern und weiteren Schmuckstücken. Die Schmuckstücke liegen dicht beieinander und zeigen die Vielfalt handgefertigter Arbeiten.

Vielleicht ist genau das die Besonderheit von Schmuck.

Er begleitet uns oft über viele Jahre und wird Teil unseres Lebens.

Mit der Zeit verbindet sich immer mehr mit ihm, bis aus einem Schmuckstück ein Erinnerungsstück geworden ist.

Wenn aus altem Schmuck etwas Neues entsteht

Besonders deutlich wird mir das bei Umarbeitungen. Menschen bringen Schmuckstücke mit, die sie selbst kaum noch tragen. Die Form passt nicht mehr zum eigenen Stil oder das Schmuckstück liegt seit Jahren in einer Schublade. Trotzdem kommt ein Verkauf nicht infrage.

Oft wird schon nach wenigen Minuten deutlich, warum das so ist.

Da liegt beispielsweise ein Ring auf dem Tisch, dessen Materialwert überschaubar ist. Rein wirtschaftlich wäre es vermutlich sinnvoller, etwas Neues zu kaufen. Doch darum geht es nicht. Der Ring erinnert an einen Menschen, an einen Lebensabschnitt oder an eine Geschichte, die man nicht loslassen möchte. Deshalb soll daraus etwas Neues entstehen.

Goldschmiedemeisterin beim Löten eines goldenen Rings an der Werkbank. Ein Arbeitsschritt während der handwerklichen Fertigung eines Schmuckstücks.

(Mit Klick auf das Bild, erfahren Sie, wie dieser Ring entstanden ist.)

Wenn ich solche Gespräche führe, wird mir immer wieder bewusst, wie unterschiedlich Menschen über Wert denken. Ein Fremder sieht vielleicht nur einen Ring. Die Besitzerin sieht ihr eigenes Leben darin.

Warum Gebrauchsspuren manchmal wertvoll sind

Auch die Spuren des Tragens betrachte ich heute anders als noch vor vielen Jahren. Kleine Kratzer, leicht abgerundete Kanten oder eine Gravur, die mit der Zeit weicher geworden ist, sind für mich oft keine Makel. Sie zeigen, dass dieses Schmuckstück nicht ungetragen in einer Schachtel lag. Es wurde getragen, geliebt und begleitet seinen Menschen vielleicht schon seit Jahrzehnten.

Perfektion erzählt selten eine Geschichte. Gebrauchsspuren tun es oft.

Mein eigener Blick auf Wert

Wenn mich jemand fragt, welche Schmuckstücke für mich persönlich den größten Wert besitzen, denke ich nicht an das teuerste Stück in meiner Werkstatt. Ehrlich gesagt denke ich sofort an zwei ganz bestimmte Schmuckstücke.

Das erste ist mein Meisterstück. Nicht, weil besonders viel Material darin steckt oder weil es heute einen hohen Preis erzielen würde. Es ist ein Meisterstück. Allein dieses Wort trägt schon eine Bedeutung in sich, die sich nur schwer beschreiben lässt. Darin stecken Jahre des Lernens, die Meisterschule, unzählige Stunden Arbeit, Zweifel, Anspannung und am Ende auch nicht gerade wenig Stolz.

Wenn ich dieses Stück anschaue, sehe ich nicht nur das fertige Schmuckstück. Ich erinnere mich an den Weg dorthin und an alles, was dazugehört hat.

Meisterstück aus 750er Gelbgold mit geschmiedeter Oberfläche und vier auswechselbaren Granulationselementen. Medaillon mit Sprungdeckelmechanik zum Öffnen von Vorder- und Rückseite.

Mein Meisterstück: Ein Medaillon aus 750er Gelbgold mit vier austauschbaren Granulationselementen und beidseitiger Sprungdeckelmechanik.

Das zweite Schmuckstück begleitet mich sogar noch länger. Es ist mein Siegelring, den ich zur Konfirmation von meiner Oma geschenkt bekommen habe.

Ihr war es damals unglaublich wichtig, dass ich meinen ganz eigenen Siegelring bekomme. Nicht irgendeinen Ring aus einer Auslage, sondern einen, der genau zu mir passt. Deshalb sind wir gemeinsam zu einem Goldschmied gegangen. Ich durfte selbst entscheiden, welche Form der Siegelstein haben sollte, welche Farbe er bekommt und wie der Ring aussehen soll.

Ich war damals die Erste in unserer Familie, die sich für einen roten Lagenachat entschieden hat. Bis heute erinnere ich mich daran, wie besonders sich das angefühlt hat. Nicht nur, weil ich mitentscheiden durfte, sondern weil dieser Ring von Anfang an etwas sehr Persönliches war.

Wenn ich heute auf diese beiden Schmuckstücke schaue, denke ich nicht an Materialwerte. Ich denke an Menschen, an Lebensabschnitte und an Erinnerungen. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich überzeugt bin, dass sich der wahre Wert eines Schmuckstücks niemals vollständig berechnen lässt.

Der wahre Wert entsteht mit der Zeit

Vielleicht bewahren wir Schmuckstücke deshalb oft über viele Jahre auf. Nicht weil sie besonders teuer waren, sondern weil sie Erinnerungen bewahren, die wir nicht verlieren möchten.

Je länger ich als Goldschmiedin arbeite, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass der wahre Wert eines Schmuckstücks erst mit der Zeit entsteht. Das Material ist von Anfang an vorhanden. Die Geschichte nicht. Sie entwickelt sich erst durch die Menschen, die das Schmuckstück tragen, durch die Erlebnisse, die sich damit verbinden, und durch die Erinnerungen, die daraus entstehen.

Deshalb wird der Wert eines Schmuckstücks niemals vollständig auf einem Preisschild stehen.

Dort steht nur, was es kostet.

Was es einem Menschen bedeutet, ist eine ganz andere Frage.

Vielleicht ist genau das das Besondere an Schmuck. Sein Preis lässt sich berechnen. Sein Wert entsteht erst durch die Menschen, die ihn tragen, die Erinnerungen, die sich mit ihm verbinden, und die Geschichten, die er über viele Jahre begleitet.

So persönlich so besonders so Brigitta von Grünberg


Ein Blick hinter die Werkbank

In dieser Gedankenperle ging es um Erinnerungen, Geschichten und den persönlichen Wert von Schmuck. Doch wie entsteht eigentlich der handwerkliche Wert eines Schmuckstücks? Welche Rolle spielen Material, Arbeitszeit und Erfahrung?

Darüber habe ich im Werkstattgeflüster geschrieben.

Zum Artikel „Mehr als Material: Der Wert handgefertigten Schmucks

20 zufällige Fakten über mich | Reise Edition (Teil 2) 

20 zufällige Fakten über mich | Reise Edition (Teil 2) 

20 zufällige Fakten über mich | Reise Edition (Teil 2) 

Juhu, es ist wieder Zeit, mehr über mich zu erzählen! In einem früheren Artikel können Sie bereits 20 Fakten über mich lesen, aber zwanzig sind nicht genug. Deshalb gebe ich Ihnen hier ein paar weitere persönliche Fakten über mich, damit Sie mich besser kennenlernen können. Viel Spaß!

Von Motorradabenteuern in Norwegen bis zur Sehnsucht nach Frankreich: Meine Reiseerlebnisse

1. Einen meiner schönsten Urlaube habe ich mit meinem Mann auf unseren Motorrädern durch Norwegen verbracht.
2. Ich brauche es nicht mehr so warm, aber die Kälte ist genauso ein Horror für mich. Trotzdem liebe ich die nordischen Länder.
3. Bis zu einem Alter von ca. 23 Jahren war alles unter 30° Grad kalt. Jetzt reichen mir 25° Grad.
4. Hamburg & Paris sind meine Lieblingsstädte
5. Und ich liebe Frankreich!
6. Die 11. Klasse wollte ich eigentlich in Frankreich verbringen. Aber das hat leider nicht geklappt.

Von Flitterwochen in Paris bis zur Faszination für das alte Ägypten: Meine vielfältigen Interessen und Vorlieben

7. Dafür haben mein Mann und ich dann unsere Flitterwochen in Paris verbracht. Und wir haben im Hotel gegenüber dem „Cimetiere de Montmartre“ gewohnt.
8. Zu meinen Lieblingsbüchern zählt die Reihe „Ramses“ von dem französischen Schriftsteller und Ägyptologen Christian Jacq.
9. Mich fasziniert das alte Ägypten. Meine Frettchen hatten die Namen von Göttern und einem Pharao. Nari war die Kurzform von Nefertari, Hathor ist die Göttin der Liebe & Beschützerin des Pharao
10. Man sagt ja, dass Tierbesitzer ihren Tieren immer ähnlicher werden. Meine Neugierde habe ich wohl von meinen Frettchen übernommen.
11. Ich mag die Berge nur bedingt – die engen mich ein.
12. Ich liebe es, durch Kathedralen zu laufen. Diese besondere Stille und das Innehalten…Da kann ich auch mal zickig werden, wenn Leute zu laut werden.

Erlebnisse am Strand, Sprachführer und tierischer Quatsch: Meine bunte Palette an Interessen und Vorlieben


13. Und noch mehr, ich bewundere Sonnenunter- und Sonnenaufgänge. Die fotografiere ich dann auch leidenschaftlich gerne.
14. Ich würde gerne nochmal nach Florenz, aber ich habe ein kleines „Kunst-LK-Trauma“
15. Einer meiner Träume ist es, die Nordlichter zu erleben. Aber die sollen ja auch auf Usedom sichtbar sein. Dann muss ich nicht ins ganz Kalte.
16. Ich laufe gerne barfuß.
17. Am Strand probiere ich immer wieder aus, ob ich noch ein Rad schlagen oder einen Handstand kann.
18. Bei jedem Urlaub in einem Land mit einer anderen Sprache habe ich (fast immer) einen passenden Sprachführer im Gepäck. Ich versuche auch immer zumindest die Standard-Floskeln wie „Guten Tag“, „Danke“ und „Bitte“ in der entsprechenden Sprache zu nutzen.
19. Joggen habe ich schon immer gehasst, probiere es aber immer wieder aus. Nur um festzustellen, dass es definitiv nicht meine Sportart ist.
20. Ich nehme mich nicht immer ernst und mache gerne mal Quatsch – zumindest mit meinen Tieren.

 

so persönlich – so besonders – so von Grünberg

20 zufällige Fakten über mich – Fun Facts Teil 1

20 zufällige Fakten über mich – Fun Facts Teil 1

20 zufällige Fakten über mich (Teil 1) 

Eine meiner Lieblingsarten von Instagram-/Blog-Beiträgen ist es, wenn Menschen zufällige Fakten, gerne auch Fun Facts genannt, über sich selbst mitteilen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich verdammt neugierig bin. Aber ich lerne wirklich gerne etwas über andere Menschen – vor allem über die, denen ich gerne in den sozialen Medien folge. Also dachte ich, es wäre lustig, 20 Fun Facts über mich zu teilen! Ich hoffe, das hilft Ihnen, mich ein bisschen besser kennenzulernen.

Brigitta von Grünberg mit Hündin Nari

Vom strukturierten Chaos bis zur empathischen Introvertiertheit

1. Ich bin ein strukturierter Chaot.
2. Mit meinem losen Mundwerk habe ich mich schon so manches Mal in eine unangenehme Situation manövriert.
3. Meine Oma hat mir mal ein Schild geschenkt: „Vor Inbetriebnahme des Mundwerks ist das Gehirn einzuschalten“
4. Aber glaub es oder nicht, ich bin introvertiert.
5. Es gibt Zungen, die behaupten, ich wäre „fühlig“.
6. Wenn ich frage, wie es jemandem geht, dann interessiert mich das wirklich.

Brigitta von Grünberg mit Hündin Nari

Selbstkritik, Perfektionismus und ein Talent für Kinder

7. Ich bin sehr selbstkritisch.
8. Früher konnte ich mit Kritik von außen gar nicht umgehen.
9. Man sagt mir einen gewissen Hang zum Perfektionismus nach. Dabei möchte ich doch nur, dass alles bestens ist.
10. Geduld ist nicht immer meine Stärke. Außer, es geht ums Granulieren.
11. Ich verzettel mich gerne – zu viele Ideen im Kopf.
12. Ich habe selber keine Kinder (und bin damit auch sehr glücklich). Aber mir wird immer wieder gesagt, dass ich gut mit diesen kleinen Menschen umgehen kann.

Pflanzenmörder, spirituelle Skepsis und einstiger Frühaufsteher

Brigitta von Grünberg mit Hündin Nari
13. Bei mir stirbt so ziemlich alles, was grün ist. Sogar Kakteen sind schon gestorben…
14. Ich mag das Wort Esoterik nicht, bin aber spirituell. Es war ein langer Weg, bis ich das verstanden und akzeptiert habe
15. Als Kind war ich ein absoluter Frühaufsteher.
16. Heute bin ich überhaupt kein Morgenmensch mehr. Morgens früh aufzustehen ist für mich ein Gräuel, vor allem im Winter, wenn es draußen noch stockdunkel ist. Aber für meinen 4-beinigen Begleiter mache ich das gerne.
17. Als Kind war ich weitsichtig. Dann hatte ich 2 Jahre gar keine Brille und danach wurde ich kurzsichtig.
18. Ich bin sehr pingelig, was das Gucken angeht. Damit treibe ich ab und an meine Lieblings-Optiker in den Wahnsinn
19. Auch wenn ich viel Spaß bei dem Videodreh mit Clip-Deluxe hatte, stehe ich lieber hinter als vor der Kamera
20. Ich habe früher Gedichte geschrieben. Zur Zeit fehlt mir die Muße dazu, aber ich liebe Gedichte immer noch

 

So, das waren die ersten 20 Fun Facts. Im Laufe der Zeit folgen noch weitere. Bleiben Sie gespannt und verraten Sie mir doch in einem Kommentar, welcher Punkt Sie am meisten überrascht hat.

 

so persönlich – so besonders – so von Grünberg