Wir brauchen noch Ringe

Wir brauchen noch Ringe

Trau-Ringe aus 925er Platin, geschmiedet mit Brillant

Das Jahr 2020 ist schon komisch … In allen Ebenen. Hochzeiten, Ringe, Schmuck und noch viel mehr.

Besonders, wenn die Antwort auf eine Frage „Wir brauchen noch Ringe“ ist.

Es gab immer einige Trauringe, die ich übers Jahr anfertigen durfte, aber dieses Jahr ist es schon viel. Das freut mich natürlich sehr – Trauringe sind einfach etwas Besonderes.

Noch schöner wird es natürlich, wenn man Trauringe für Familie und Freunde anfertigen darf. Das ist so anders als für Paare, die man nur kurz kennenlernt.
Es steckt doch etwas mehr Herzblut drin und gleichzeitig ist die „Angst“, dass die Ringe nicht gefallen oder dass irgendetwas passiert, größer.

Manchmal kommen dann auch noch zwei solcher Paare innerhalb kürzester Zeit. Das ist so schön und ich freue mich so über das Vertrauen, aber ein kleines Bauchgrummeln bleibt.

Das Paar Trauringe, dass ich jetzt anfertigen durfte, war eins,  mit dem ich gar nicht gerechnet habe. Natürlich hofft man immer, dass Freunde und Familie auf einen zu kommen, aber das ist nun mal nicht immer der Fall. Gerade, wenn dann auch noch eine relativ große räumliche Distanz vorliegt.
So war es jetzt.

Trau-Ringe aus 925er Platin, geschmiedet mit Brillant

Durch Corona musste die kirchliche Hochzeit und die Feier verschoben werden. Zur standesamtlichen Trauung konnte ich aus zeitlichen Gründen nicht kommen (wir hätten ja mit viel Abstand auf dem Platz stehen können).

Zu diesem Zeitpunkt war von Trauringen noch gar keine Rede – eher im Gegenteil: Das Paar wollte keine Ringe.

Ich bin so eingestellt, dass ich das Brautpaar (aus dem engen Freundes- und Familienkreis) gerne mit Schmuck ausstatte. Der Schmuck wird danach natürlich gereinigt und desinfiziert. Außer, er findet auf der Hochzeit neue Besitzer 😉

Natürlich habe ich das auch meiner Cousine angeboten – mit einem etwas mulmigen Gefühl. Wir hatten in den letzten Jahren nicht mehr so viel Kontakt und ich wollte mich nicht aufdrängen.
Statt eines „ich brauche noch eine Perlenkette“ oder so etwas, bekam ich folgende Nachricht:

„Wir brauchen noch Ringe“.

Ja gut … Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Aber ich habe mich sehr gefreut.

Da hat es doch gut gepasst, dass ich eh in die Heimat fahren musste. Kurzentschlossen haben wir uns im Garten getroffen, haben die Ringe und die Gravur besprochen. 3x kontrolliert, dass ich den richtigen Namen aufgeschrieben habe. Der Spitzname kommt nicht ganz so gut im Trauring an.

Dann wurde es etwas stressiger. Ich musste das Material bestellen, das hatte diesmal eine etwas längere Lieferzeit. Dann ein bisschen Luft verschaffen und loslegen. Eine Woche vor der Hochzeit waren die Ringe fertig und mussten nur noch verschickt werden. Das ist normalerweise kein Problem, aber diesmal hat sich alles gesträubt.

Also sind wir einfach etwas früher losgefahren, damit ich die Trauringe am Samstag morgen noch überbringen konnte.

Im Koffer dabei war natürlich Plan B. Die größte Angst ist immer, dass die Ringe nicht passen. Und wenn es nur minimal ist. Das ist dann einfach eine blöde Situation.
In der Werkstatt ist das kein Problem, da ist mein Werkzeug griffbereit. Aber 250km entfernt? Gut, dass es Kollegen vor Ort gibt. Im Zweifelsfall hätte ich einen Notruf abgesetzt und wäre in eine andere Werkstatt gefahren

Aber so weit ist es zum Glück nicht gekommen. Der Herrenring ging zwar etwas fester über den Finger – natürlich mit Absicht 😉 Ich sorge ja nur dafür, dass meine Cousine die Hosen anhat…
Nein, im Ernst. Der Ring hat gepasst. Man muss ja auch bedenken, dass es ein sehr heißer Tag war.

Trotzdem hab ich etwas gezittert, als dann nachmittags bei der Trauung die Ringe getauscht worden. Ganz umsonst… Sie sitzen, wackeln, passen und haben Luft. So wie es sein soll.

Trau-Ringeaus 925er Platin, geschmiedet mit Brillant

So emotional – so besonders – so B. von Grünberg

Der Möbiusring – eine schmuckige Interpretation der Möbiusschleife

Der Möbiusring – eine schmuckige Interpretation der Möbiusschleife

Mathematik und ich …

Mathematik und ich – das sind 2 Welten, die aufeinander prallen und sich doch anziehen. Ich hatte fast immer Spaß an Mathe, sonst hätte ich wohl kaum im Abitur Mathe als Leistungskurs Möbiusringgenommen. Und das auch noch in Kombination mit Kunst 😉 Leider war ich wohl ziemlich von meinem vorherigen Lehrer verwöhnt, was die Erklärungen angingen. Im LK hab ich nichts mehr verstanden. Das hat mir auch lange Zeit den Spass an Mathe genommen. Ich werde auch nie den Anschnauzer meines alten Lehrers vergessen, nachdem der meine Abi-Klausur in den Händen hatte. Mir klingeln immer noch die Ohren.

In der Berufsschule habe ich den Spass wieder gefunden, auch wenn ich jetzt nicht unbedingt Mathe studieren würde. Das ist mir dann doch zu suspekt.
Natürlich braucht der Goldschmied Mathematik und das manchmal mehr als einem lieb ist. Aber es gehört nun mal dazu.

Manchmal hat Schmuck auch etwas mit Mathe zu tun …

Damit meine ich nicht, dass ich berechne wie lang ein Blechstreifen für einen Ring sein muss. Das muss ich zwar bei jedem Ring machen, aber in diesem Fall hat die hohe Kunst der Mathematik eine andere Bedeutung.

Möbiusband, Möbiusschleife oder Möbius’sches Band bezeichnet eine Fläche, die nur eine Kante und eine Seite hat. Sie ist nicht orientierbar, das heißt, man kann nicht zwischen unten und oben oder zwischen innen und außen unterscheiden. (Quelle Wikipedia)

 

Über diesen Satz bin ich irgendwie gestoplert und prompt kamen Erinnerungen an ein Experiment-Museum, in dem es ein Möbiusband gab. Ich hab ziemlich lange davor gestanden und vor meinem geistigen Auge ist ein Schmuckstück entstanden. Ich habe es bisher nicht geschafft, das umzusetzen. Es gab wichtigere Schmuckstücke.

Und dann ist es passiert …

Ich hatte einen Draht mit quadratischem Querschnitt in der Hand. Ohne, dass ich es wirklich geplant hatte – von der Zeit reden wir besser gar nicht – ist ein Schmuckstück daraus entstanden.

Genau – ein Ring…
Den quadratischen Draht habe ich wie eine Möbiusschleife gedreht und zu einem Ring gebogen. Die innenliegende Kante, die durch die Drehung entstehe, habe ich zum besseren Tragekomfort entfernt – Sie sollen den Ring ja Möbiusringmit Freude tragen und keinen Schmerz dabei empfinden.

Der Ring ein ein Alltagsring – er passt zu Jeans und T-Shirt. Sie werden merken, dass Sie ihn immer wieder angucken um den Flächen zu folgen und den Anfang und das Ende suchen.

Ich bin selbst begeistert von dem Ring und musste ihn direkt in zwei Varianten arbeiten. im Moment gibt es ihn in Gelbgold und Silber bereits im Onlineshop. Aber natürlich ist er auch in anderen Farbtönen und Legierungen erhältlich.

 

So mathematisch – so besonders – so B. von Grünberg

Königin Inanna – Ein Anhänger mit Geschichte

Königin Inanna – Ein Anhänger mit Geschichte

Die Geschichte der sumerischen Königin Inanna und ihr Gang in die Unterwelt.

Nicht jedes Schmuckstück, dass ich „einfach so“ arbeite, hat eine Geschichte. Dieses hier schon. Ich habe die Geschichte der Königin Inanna in einem Anhänger interpretiert.

Inanna war die Königin des Himmels, aber sie wollte auch die Unterwelt beherrschen. Sie gab ihre Tempel auf und machte sich fertig für die Reise. Sie legte ihren Schmuck und ihre königlichen Gewänder an und nahm die sieben ME-Bänder mit.
Sie wurde eingelassen, aber an den sieben Toren um je eines ihrer Machtsymbole (Diadem, Lapislazulistein, Eierperlen, Brustschmuck, Armschmuck, Messstab und Messleine und Herrschaftsgewand) beraubt. Obwohl nackt und ohne Macht, kannte sie keine Demut und begehrte den Thron der Unterwelt, der ihr aber von den sieben Unterweltrichtern (Anunnaki) verwehrt wurde.
(Quelle Wikipedia: Inannas Gang in die Unterwelt)

Vor kurzem habe ich einen Teil dieser Geschichte während des Arbeitens in einem Podcast von Renate Schmidt gehört. Renate Schmidt ist Unternehmerin, Business-Coach, Wirtschafts-Psychologin, Gestalt-Therapeutin, Podcasterin & eine tolle Frau, die mich ein Stückweit auf meinem Weg begleitet.
Es ging in der Folge des Podcasts um Spiritualität und um das Erkennen des eigenen Ichs. Man muss erst alles ablegen um sich selbst zu finden.

In dem Moment hatte ich das fertige Schmuckstück schon vor Augen und wusste genau, welcher meiner Edelsteine dafür gebraucht wird.

Anhänger Königin Inanna

Und hier ist der Anhänger … Meine Königin Inanna.
Ein klarer Bergkristall mit einem kleinen Einschluss. Ganz klar und schlicht in Silber gefasst.
Selbst der Fassungsrand fasst den Stein nur an den Ecken und verdeckt nicht zu viel.

Ich mag den Anhänger sehr und kann es gar nicht erwarten, ihn für den Onlineshop zu beschreiben. Durch den Bergkristall ist er ein absolutes Unikat. Ich habe zwar in meinem Tresor noch einen sehr ähnlichen Bergkristall liegen, aber der ist doch wieder anders. Andere Schlieren, andere Einschlüsse, bzw. kein solcher Einschluss.
Das liebe ich so sehr an der Natur….

 

So klar – so besonderes – so B. von Grünberg

 

Das etwas andere Trauring-Gespräch

Das etwas andere Trauring-Gespräch

Trauringe – die Schmuckstücke mit einem der höchsten emotionalen Werten, die wir in der Goldschmiede herstellen.

Was alles so drin steckt in diesen Ringen …

Der Ablauf eines Trauring-Gesprächs ist eigentlich immer gleich.
Das Paar kommt vorbei, manchmal mit Ideen, manchmal ohne, manchmal mit exakten Vorstellungen.
Wir besprechen alles, die beiden probieren die Muster-Ringe an, ich renne gefühlt 100 mal zum Tresor um noch einen anderen Ring zu suchen – Improvisation ist alles. Das wird immer wieder praktiziert.
Es wird weiter gesprochen, es wird gelacht, es wird weiter probiert. Die Ringgröße werden gemessen, die Männer werden beruhigt….

Warum die Männer beruhigt werden müssen?

Trauringe auf dem Werkbrett

Das weiß ich auch nicht. Ich habe schon oft erlebt, wie Finger von jetzt auf gleich anschwellen, ohne dass es einen Grund dafür gibt. Manchmal bricht eine kleine Panik aus, die nicht rational ist. Es sind Emotionen, die da hoch kommen. Das Auswählen der Eheringe, der Ringe, die vom Hochzeitstag im besten Fall ein Leben lang getragen werden.
Frauen haben sich zumindest in den Gesprächen etwas mehr unter Kontrolle. Aber genau das ist das, was ich so sehr liebe, was mir so viel Spass macht.

Weiter geht es mit den Ringen. Wenn alles abgesprochen ist, alle Fragen geklärt sind, mach ich mich an die Arbeit. Bevor die Diamanten gefasst werden, kommt das Brautpaar nochmal vorbei zum Gucken und zum Anprobieren.
Wenn jetzt alles passt, ist es super. Wenn nicht – nicht schlimm, deswegen gibt es den Termin.

Tja, so sollte es normalerweise laufen. Aber im Moment läuft alles etwas anders. Und auch damit muss man lernen umzugehen.

Corona lässt grüßen.

Um so glücklicher bin ich, dass mein Brautpaar offen war und wir die Beratung über Skype machen konnten.
Das Wichtigste hat aber gefehlt – das haptische Erlebnis.

Diese Ringe sind jetzt abgeholt worden und zum Glück sind beide zufrieden.
Nur schade, dass die Hochzeit doch verschoben wurde.

Dafür seh ich die Ringe dann nächstes Jahr wieder um sie ggf. nochmal anzupassen und zu gravieren.

Fazit für mich: die Beratung übers Internet ist schon gut (besser als per Mail, finde ich), aber das Gemeinsame fehlt doch…
Es sind die kleinen Nuancen in der Körpersprache und der Mimik, die einfach fehlen.
Da man aber auch in meinen Onlineshop Trauringe bestellen kann, werde ich diese Art der Beratung über Zoom oder Skype oder was auch immer, weiter anbieten. Schließlich kann nicht jedes Paar im wahren Leben herkommen.

Die Beratungen jetzt im Moment sind trotz treffen im realen Leben sehr schwierig und eingeschränkt. Die Masken machen es nicht gerade leicht. Es ist sehr anstrengend. Die Luft wird knapp, man muss deutlicher reden, die Brille beschlägt ständig und man ist abgelenkt.
Aber wie sagt der Kölsche so schön:

Et is wie et is und es bliev nix wie et wor…

Machen wir das Beste daraus und hoffen, dass wir bald auf den Schnuffelschutz verzichten können.

Mondsteinring

Mondsteinring

Ein Mondsteinring entsteht …

Um zu erklären, wie es zu diesem Mondsteinring kommt, muss ich etwas ausholen.

Im Moment leben wir in einer komischen Zeit… Nichts ist greifbar, alles fühlt sich seltsam und vor allem fremdbestimmt an. Man darf seine Liebsten nicht besuchen, muss mit Masken einkaufen gehen, ein Lächeln wird kaum wahrgenommen…

Aber trotz allem bietet diese Zeit auch eine Chance.

Eine Chance um wieder zu sich zu finden; zu erkennen, was wichtig ist. Herauszufinden, wer man wirklich ist. Eine Zeit der Transformation und des Wandels.
Das sollten wir nicht vergessen. 

Ich für meinen Teil hab mich aus der Watte, die mich in den ersten Tagen der Corona-Zeit umhüllt hat, befreit und genieße mein Leben wieder. Ich habe die Zeit genutzt, als meine Goldschmiede geschlossen war um eine andere Art von Kundenkontakt zu suchen – es gab Beratungen nicht nur am Telefon und per Mail sondern auch über Zoom. Ein wichtiges Hilfsmittel, finde ich.
Auch wenn man keine Ringe anprobieren kann und das haptische Erlebnis fehlt, so spricht man dennoch von Angesicht zu Angesicht miteinander.

Gleichzeitig habe ich mich erholen können – die letzten Jahre waren geprägt von langen Arbeitstagen – teils bis in die Nacht.
Warum? Weil ich tagsüber oft in Gesprächen war, Bestellungen und Kostenvoranschläge gemacht habe. Da bleibt nicht so viel Zeit für das Werkbrett.
Diese Zwangspause habe ich genutzt um meine Kräfte zu sammeln, wieder zu mir zu finden und herauszufinden, was ich wirklich möchte …

Und das ist und bleibt „Schmuck machen“.

Schmuck ist ein Luxusgut, aber ein enorm kraftvolles Gut. Wir Goldschmiede erhalten Ihre Erinnerungen, schaffen Glücksmomente, leisten Beiträge zur Trauerarbeit und und und.
Wir schaffen Emotionen in einer greifbaren Form.

Und genau das ist mir wieder klar geworden als ich ohne Druck, alleine mit meiner Lieblingsmusik über die Kopfhörer an meinem Werkbrett saß und ein neues Schmuckstück geschaffen habe. Ich habe endlich wieder ein Stück gearbeitet ohne, dass ich einen Auftrag hatte und ohne, dass ich mir die Zeit irgendwo abknapsen musste.

Das war so ein tolles Gefühl! Ich bin wieder Ich. 

Diese Zeit ist eine Zeit der Transformation … Eine der Transformationen bei mir ist, dass ich meine Komfortzone ausdehne und mich zeige.
Ich zeige nicht mehr nur meinen Schmuck oder meine Hände, ich zeige mich auch nicht mehr nur auf Fotos.
Nein – ich zeige mich an einem der schönsten Orte, die es für mich gibt… An meinem Werkbrett. Ich nehme Sie mit in die Welt der Goldschmiede. Ich zeige Ihnen die Schätze der Natur und das man sich mit 37 Jahren immer noch wie ein Kind freuen kann, wenn ein Paket mit Edelsteinen ankommt. Ich zeige Ihnen, wie viel Arbeit in einem vermeintlich einfachen Ring steckt.

Genau das sehen Sie in dem kleinen (zusammen geschnittenen) Video,

Wie ein Mondsteinring entsteht…. 

Flux … der Ring mit Klecks

Flux … der Ring mit Klecks

Die Entstehungsgeschichte von unserer neuen Ring-Serie „Flux … Der Ring mit dem Klecks“

Manchmal kommt es anders als es eigentlich geplant ist. Ich hatte die Idee eines Rings im Kopf. Ein Ring mit dem Klecks.

Da kann ein Vorteil sein, wenn die Mitarbeiter nicht Goldschmied sondern etwas anderes gelernt haben.
In diesem Fall habe ich es schamlos ausgenutzt, dass meine Mitarbeiterin sehr gut Wachsmodelle per Hand herstellen kann.
Ich selbst mag das ja auch sehr gerne. Leider habe ich nur nicht immer die Zeit dafür.

Ich hab meine Mitarbeiterin vor eine Herausforderung gestellt, indem ich ihr nur gesagt habe,

was ich am Ende haben möchte:

💎 es soll ein Ring sein
💎 er soll mehr oder weniger gleichbreit sein
💎 es soll aussehen, als würde das Silber (oder auch Gold) während des Fließvorganges erstarren.
💎 er soll sich geschmeidig an der Hand anfühlen

Herausgekommen ist unsere neue Flux-Serie. Flux… Der Ring mit dem Klecks

Flux? Ja, Flux wie fließen auf französisch

Das Schönste an dem Grundmodell ist, dass wir es in Silber, aber auch in Gelb-, Weiß- und Rotgold gießen lassen können.
Und noch viel Schöner – dem stehen auch Steine sehr gut

Flux ... Der Ring mit dem Klecks. Als Highlight wurde eine Diamant-Rose in 750er Gelbgold gefasst

Flux mit Diamant-Rose

Zum Beispiel mit einer Diamant-Rose in Gelbgold gefasst.

Das Grundmodell trägt sich alleine aber auch sehr schön – ich hab mir auch direkt eins gemacht. Ich muss ja testen, ob es wirklich so ist, wie ich möchte…

Der Grund-Flux ist im OnlineShop bestellbar:
Flux … Der Ring mit dem Klecks

Wenn Sie sich für eine Flux-Variante interessieren, schreiben Sie uns gerne über das Kontaktformular oder rufen uns einfach an.
Wir bieten auch – wenn Sie nicht zu uns in die Goldschmiede kommen können – eine Onlineberatung über Zoom an.

 

Der etwas andere Witwenring

Der etwas andere Witwenring

Aus zwei Trauringen wird ein Anhänger in Herzform … der etwas andere Witwenring zum Gedenken an den verstorbenen Partner.

Witwenring mal anders ... Ein zweifarbiges Herz

Witwenring mal anders … Ein zweifarbiges Herz

Ich liebe meinen Beruf, aber manchmal geht er auch etwas an die Substanz. Ich bekomme ja viel mit von meinen Kunden…

Wie ein junger Mann seiner Freundin das erste Schmuckstück kauft, die Frage nach Verlobungsringen, der nächste Schritt mit den Trauringen… Geschenke zur Geburt der Kinder, zum Examen, zu Hochzeitstagen.
Aber ab und an kommen Trauringe zu mir, die eine neue Bestimmung bekommen müssen, weil der Partner verstorben ist.

Natürlich gehört der Tod zum Leben dazu…

Aber wenn dann eine ältere Dame mit Tränen in den Augen in der Goldschmiede steht und die umgearbeiteten Ringe abholt, nimmt mich das dann schon mit.

Diesmal sollte es kein „Witwenring“ werden, sondern ein Anhänger war gewünscht.
Ich fand es zu schade, die Ringe einzuschmelzen, also habe ich sie einfach zusammen gefügt und einen Herz-Anhänger gemacht.

Witwenring mal anders ... Die Gravur bleibt erhalten

Witwenring mal anders … Die Gravur bleibt erhalten

Auch wenn das eher eine kleine Schattenseite meines Berufes ist, bin ich dankbar dafür – die Reaktion der Kundin war einfach schön.

Nachdem ich bei Facebook über diese Umarbeitung geschrieben habe, haben sich sehr viele Menschen bei mir gemeldet und wollten Ihre Ringe auch umgearbeitet haben.
Manchen ist im Laufe der Gespräche klar geworden, dass sie noch nicht so weit sind oder auch, dass nur der Ring des Partners umgearbeitet wird.

Witwenring mal anders ...

Witwenring mal anders …

 

Trauerarbeit gehört somit auch zu meinem Beruf.

Ich liebe es, wenn ich ein kleines Feedback bekomme. Oft braucht es nicht viele Worte … Manchmal fehlen die einfach.


Das sind ein paar Reaktionen, die ich geschickt bekommen habe.

 

 

Das Herz kam gerade an und es ist wunderschön. Vielen Dank.

Sie wissen nicht wie viele Gedanken ich mir schon gemacht habe und so ist das eine schöne Erinnerung an eine glückliche Ehe. ❤

Soeben habe ich meinen Anhänger ausgepackt und bin begeistert.

Bald wird es auch im Onlineshop die Möglichkeit geben, einen solchen Anhänger zu bestellen. Da wird auch der genaue Ablauf erklärt.

Trauringe selber schmieden

Trauringe selber schmieden

Trauringe selber schmieden … Ein junges Paar schmiedet sein Glück

Es war mal wieder soweit … zwei verliebte Menschen wollen ihre Trauringe selber schmieden.
Nichts leichter als das 😉 Vor allem, weil die beiden schon gut vorgearbeitet hatten und die Verlobungsringe bereits in einem Kurs selber geschmiedet haben. Sie wussten also genau, was sie wollten.

In knapp 6 Stunden sind tolle, klassische Trauringe aus 750er Gelbgold entstanden.

Hier kommt ein kleiner Einblick in den Ablauf

Zuerst habe ich das Ausgangsmaterial – in diesem Fall war es sog. Gussgold – geschmolzen. Da diese Arbeit nicht so einfach ist, wenn man es das erste Mal macht, und es leicht zu Fehlern kommen kann, habe ich das übernommen.
Und wie das Leben so spielt – ich musste ein zweites Mal schmelzen.

Vom Ausgangsmaterial zu kleinen Stangen, die mit Ringen noch nicht viel gemeinsam haben bis hin zum Glühen

Mit einer Stange von gut 8 mm Durchmesser kann man jetzt nicht unbedingt etwas anfangen. Also musste erst mal gewalzt werden. Zuerst viereckig und dann flach – das haben wir zumindest für den Damenring gemacht. Für den Herrenring habe ich das Material noch mal umgeschmolzen – das wollte nicht so wie wir… Dafür mussten wir dann den Strang nur noch flach walzen. Das spart Kraft, die wir dann später am Werkbrett benötigen.

Die Ringe werden gebogen

Ok – jetzt hatten wir also einen breiten und einen schmalen Blechstreifen, aber noch keine Ringe. An die Zange, fertig, los – so ungefähr kann man sich das vorstellen… Die Blechstreifen wurden rund gebogen, die zulangen Enden abgesägt und schon waren die Ringe fast fertig. Naja, fast fertig… Die beiden Enden mussten exakt aufeinander gestellt werden. Zur Not muss man noch mal durchsägen.

Dann durfte gelötet werden. Das haben die beiden wirklich sehr gut gemeistert. Denn hier gibt es oft große Schwierigkeiten. Man muss auf so Vieles gleichzeitig gucken. Deswegen stehe ich auch dicht daneben und rufe „Fertig!“, wenn das Lot geflossen ist. Bisher ist alles gut gegangen …

 

Fast fertig und doch noch so viel Arbeit …

Die Ringe werden gelötet und anschließend gefeilt

Jetzt musste die Lotnaht versäubert werden, das heißt, das überstehende Lot musste abgefeilt werden. Es durfte aber nicht zuviel weggefeilt werden, sonst wäre der Ring an der Stelle dünner und das sähe nicht schön aus.

So, jetzt haben wir also zwei gelötete und innen gefeilte Mehr-oder-Weniger-Ringe 😉 Die waren nicht wirklich rund. Das ist zu dem Zeitpunkt noch normal… Aber so kann das ja nicht bleiben. Also hieß es „Ran an den Hammer“. Mit Hilfe des Ringriegels und des Gummihammers wurden die Ringe rund gerichtet. Sobald die Ringe rund sind, kann man die Größe exakt messen. Beim Rund biegen ist das mehr eine grobe Schätzung.
Der Herrenring war perfekt – knapp zwei Nummern zu klein, aber das brauchen wir auch. Man muss bedenken, dass die Ringe ein Hammerschlag-Muster bekommen sollen. Dabei wird das Material gestreckt und die Ringe sind nachher zu groß. Das wollen wir ja auch nicht.
Der Damenring war allerdings nach dem ersten Löten ein paar Nummern zu groß. Es gibt Schlimmeres… Man sägt einfach ein passendes Stück raus und lötet den Ring wieder zu. Gesagt – getan.

In der Zwischenzeit konnte beim Herrenring ein Streifen abgesägt werden. Der Blechstreifen ist beim Walzen mehr in die Breite gegangen als gewünscht. Das sind dann die Nettigkeiten des Metalls  😉
Das ist eine schier endlose Arbeit – zumindest kommt es einem so vor. Bevor die Motivation flöten gegangen wäre, habe ich kurz Hand angelegt und das Stück abgesägt.

Normalerweise werden die Seitenflächen der Ringe jetzt plan gefeilt und geschmirgelt. Das war bei diesem Paar aber nur bedingt gewünscht. Es wurden nur die Flächen plan gefeilt, und dann die Innen- und Außenkanten gebrochen. So gab es keine Kante an den Ringen, die beim Tragen stören würde.
Innen und außen wurden die Ringe natürlich auch noch mal gefeilt und geschmirgelt. Die Schmiedestruktur, die danach gemacht werden muss, wird schöner, umso sorgfältiger die Ringe vorbereitet sind.

 

Jetzt wird es laut …

Zur Sicherheit kommen Ohrstöpsel zum Einsatz. Diesmal war das Paar besser vorbereitet als ich … Sie haben ihren eigenen Gehörtschutz mitgebracht. Das war eine Premiere =) Die Schläge von Metall auf Metall schreien in den Ohren – das kann wirklich wehtun. Von den Schäden, die im Ohr passieren, will ich gar nicht anfangen. Ein Gehörschutz ist wirklich sinnvoll.

Nach mehreren Kursen habe ich natürlich auch etwas gelernt. Wenn ich zeige, wie man den Ringriegel, den Ring und den Hammer hält und dann auch noch alles zusammen benutzt, ohne dass man sich auf die Finger haut, mache ich das jetzt nur noch an einem Probestück… Jeder schlägt eben anders.
Der Damenring war relativ schnell fertig, beim Herrenring mussten wir drei Runden schmieden, damit die richtige Größe erreicht war. Aber das ist ja nichts Schlimmes – gibt höchstens blaue Flecken vom Ringriegel.
Sonstige Verletzung gab es keine =)Die Ringe werden geschmiedet

Während des Schmiedens mussten die Ringe immer wieder anprobiert werden. Sie sollen ja auch passen. Normalerweise ist es kein Problem, einen Ring ohne Stein größer zu dehnen oder kleiner zu stauchen, aber bei Ringen mit einer Lotnaht kann es gerade beim Dehnen immer wieder zum Reißen kommen. Das ist einfach nur ärgerlich und sehr nervig. Dann schmieden wir den Ring doch lieber etwas mehr.

Auf dem Ringriegel sind immer ein paar Macken – die drücken sich natürlich beim Schmieden in das weichere Gold. Deswegen wurden die Innenflächen noch mal geschmirgelt, damit alles glatt und gut vorbereitet für das Polieren ist.
Die Außenkanten haben sich durch die Hammerschläge natürlich auch etwas verformt. Das ist allerdings gewünscht gewesen und sollte auch so bleiben.

 

Es muss erst dreckig werden, um dann zu glänzen …

Das VorpolierenDer letzte Schritt … Das Polieren.
Auch hier muss wieder ein Schritt nach dem Anderen erfolgen. Wir polieren also nicht direkt, sondern „trippeln“ die Ringe erst. Dazu nutzen wir eine sehr feine, fettige Schleifpaste, mit der die letzten Schmirgelspuren beseitigt werden.

Allerdings machen wir das bei diesen Ringen nur innen. Das Trippeln trägt etwas Material ab – das kommt beim Hammerschlag nicht so gut. Die Erhebungen sind danach quasi weg … Das wollen wir nun wirklich nicht.
Nach einem Tauchgang im warmen Ultraschallbad sind die Reste der Trippel-Paste weg und es kann zum Polieren gehen.

Zuerst werden die Ringe innen poliert. Dazu nutzen wir eine Holzzange um die Ringe zu halten. Eins der Dinge, die ich von Physik verstehe, ist die Tatsache, dass Reibung Wärme erzeugt. Die Ringe werden so richtig warm … man könnte auch heiß sagen 😉 Ich kann viel Wärme an den Fingern ertragen, aber das ist selbst mir zu doll.
Die Außenfläche und die Kanten werden dann mit dem Leinenrad und Polierpaste poliert. Auch da nutzen wir einen kleinen Die Ringe werden poliertHitzeschutz in Form von Lederfingerlingen.

Die Poliermaschine ist mit Vorsicht zu genießen. Sie ist manchmal etwas zickig und zieht die Polierpaste oder die Ringe einfach so ein. Während des Erklärens und Polierens komme ich mir manchmal vor wie eine Schallplatte mit Sprung: „Gut festhalten!“ ist mein meist gesagter Satz in der Zeit.
Leider kommt es doch ab und an vor, dass die Maschine ihren Willen durchsetzt. Diesmal hat sie die Trippelpaste geklaut und die Kursteilnehmerin hat sich den Finger etwas angeschlagen – tat nur weh, sonst ist wohl nichts passiert.
Den Herrenring habe ich dann fertig poliert.

Auch nach dem Polieren durften die Ringe noch mal im Ultraschall tauchen gehen.

Und damit waren die Ringe jetzt auch ganz fertig! Nur noch wiegen und zum Fotoshooting 😉
Und dann ab ins Trauring-Etui.

 

Ein Anhänger mit Granulation entsteht

Ein Anhänger mit Granulation entsteht

Manchmal findet der Goldschmied bei einem Messebesuch einen Edelstein und sieht vor dem geistigen Auge bereits das fertige Schmuckstück. Genau das ist mir beim Besuch der Intergem im Oktober 2017 passiert. Quasi im Vorbeilaufen habe ich aus dem Augenwinkel bei meinem Lieblings-Opalhändler einen eigentlich eher unscheinbaren Opal gesehen. Aber genau der passte zu meiner Idee eines neuen Anhänger mit Granulation.
Da blieb mir ja nichts anderes übrig, als den Opal mitzunehmen.

Ideenfindung für den Anhänger

Ideenfindung für den Anhänger

In der Werkstatt habe ich seit langem mal wieder eine grobe Skizze für den Anhänger angefertigt. Ich habe mir ein kleines Büchlein angefertigt, in das ich alles wichtige zu einem neuen Stück notieren kann. Ich hatte bei Business-Zeug einen Projektplaner gesehen – der war aber immer noch nicht das, was ich brauche. Also hab ich mir den selbst angefertigt und drucken lassen.

In diesem Büchlein habe ich die Möglichkeit, eine Skizze anzufertigen, aber auch die Materialzurichtungen, die Händler (wichtig bei Edelsteinen), die Arbeitszeit etc. zu notieren.

So – die grobe Skizze steht also fest … Es kann weiter gehen.

Die Vorbereitungen laufen

Die Vorbereitungen laufen

Die Fassung für den Opal wird schnell aus einem Blechstreifen gebogen, die brauche ich noch bevor ich mit dem Granulieren anfangen kann. Ich kann sie dann als Platzhalter nutzen und lege die Kügelchen nicht zu nah an den Stein. Das Blech ist auch schon aufgetieft, das heißt gewölbt. Eine gewölbte Oberfläche sieht immer spannend aus bei Granulation – finde ich 😉
Daneben steht noch ein Stück frisch geschmolzenes Stück Gold. Daraus wird der Kader – quasi der Rand für den Anhänger – angefertigt. Das aber erst später.

Es ist alles vorbereitet … Es kann an die Granulation gehen!

Ganz leicht habe ich die Größe des späteren Anhängers angezeichnet – ich muss ja wissen, wo ich granulieren kann. Damit dir keine Kügelchen verloren gehen, habe ich eine Papierunterlage unter dem Gitter mit dem Blech.

Die Kügelchen haben einen Durchmesser von nur 0,47 mm. Das ist wirklich klein!

Mit ruhiger Hand, einem dünnen Pinsel und etwas verdünntem Flußmittel beginne ich nun die Kügelchen auf das Blech zu legen. Ich habe mit

vorgenommen, dass die Granulation dem Opal nachempfunden wird. Dieser muss also immer in der Nähe liegen.
Ein freien Muster ist nicht so aufwendig und benötigt nicht so viel Konzentration wie ein geometrisches Muster. Bei geometrischen Mustern müssen die Kügelchen exakt liegen – jeder Fehler fällt sofort auf.

Granulation: Ein Muster aus Kügelchen entsteht

Granulation: Ein Muster aus Kügelchen entsteht

Nach dem Trocknen des Flußmittels kann ich anfangen zu granulieren. Das Trocknen ist ein wichtiger Schritt – meist bilden sich beim Erhitzen Blasen im Flußmittel. Das würde dazu führen, dass sich die Kügelchen vom Blech abheben und im schlimmsten Falle nicht mehr am richtigen Platz liegen.
Also lass ich das Blech gemütlich trocknen. In der Zeit kann ich schon mal eine neue Gasflasche mit einem anderen Löthandstück holen und anschließen.

Ich nutze bei der Granulation ein sogenanntes Mundlötrohr: Dabei führe ich dem Propangas den Sauerstoff durch meine Atemluft hinzu. Das ist nichts für schwache Lungen 😉 Ich muss ja gestehen, jeden Tag möchte ich damit nicht arbeiten und ziehe auch meinen Hut vor den Kollegen, die das tagtäglich machen.

So, das Flussmittel ist getrocknet, die Kügelchen liegen alle noch an ihrem Platz und das Blech ist auf dem Gitter in der Lotkreuzpinzette eingeklemmt.

Feuer frei!

Feuer frei: Das eigentliche Granulieren beginnt

Feuer frei: Das eigentliche Granulieren beginnt

Langsam mit einer ganz weichen Flamme fast ohne Sauerstoff erwärme ich das Blech – so verhindere ich, das die Kügelchen doch noch verrutschen. Sollen sie sich doch bewegen, kann ich noch einschreiten.
Jetzt kommt der für mich anstrengende Teil der Granualtion: Ich puste und puste und puste … und schnappe zwischendurch nach Luft 😉

Das Wichtigste jetzt ist, dass ich die Farbe des Goldes genau beobachte. Normalerweise löte ich mit Licht, das stört nicht. Beim Granulieren habe ich aber kaum Licht an, außer das Tageslicht, das durchs Fenster fällt. So kann ich die Farbe besser erkennen. Es kommt jetzt quasi auf jedes Grad an.

Detailaufnahme der verschweißten Kügelchen

Detailaufnahme der verschweißten Kügelchen

Wenn ich der Meinung bin, dass das Trägerblech heiß genug ist, muss ich schnell mit der Flamme umschlagen – das heißt, ich muss jetzt vorsichtig alles von oben erhitzen. In dem Moment schmilzt die Oberfläche der Kugeln und des Blechs. Aber eben nur die Oberfläche. Und genau das brauche ich… Genau jetzt verschweißen sich die Kügelchen mit den Nachbarkugeln und dem Trägerblech.

Jetzt darf alles langsam abkühlen.
Spätestens nach dem Abbeizen (dem Entfernen der Oxide) erkennt man, ob das Granulieren geklappt hat. Im Zweifelsfall findet man die Kügelchen in der Beize. Das kann passieren … Sehr ärgerlich! Aber dann ärgert man sich – nicht länger als 5 Minuten – und legt die Kügelchen noch mal nach und fängt von vorne an.

Das ist diesmal aber nicht passiert – es hat alles bestens geklappt. Das Blech ist noch ein Blech und die Kugeln sind Kugeln… So soll es sein.

Nun kommt eigentlich nur der Zusammenbau:

Der Kader – also der Rahmen unter dem Anhänger – wird aus einem Blechstreifen gebogen und verlötet. Da das Trägerblech ja etwas aufgetieft ist, muss ich den Kader noch anpassen.

Der Unterbau ist angelötet

Der Unterbau ist angelötet

Danach kann er unter das Blech gelötet werden. Dabei muss ich natürlich auf die Kügelchen achten. Die sind zwar verschweißt, aber die Auflage einer 0,47mm großen Kugel ist nicht die Größte … Das bedeutet, wenn ich zu feste an den Kügelchen reiße, reiße ich sie vom Blech runter.

Das Löten hat auch gut geklappt. Nachdem alles abgebeizt ist, werden die Überstände noch abgesägt und verfeilt. Dann wird die Fassung für den Opal aufgelötet…

Der Anhänger ist fast fertig

Der Anhänger ist fast fertig

Nachdem das auch geschehen ist, werden noch die beiden Löcher für die Kette angezeichnet und gebohrt.
Was muss jetzt noch gemacht werden? Nicht mehr viel – es muss noch etwas geschmirgelt und poliert werden. Dann kann der Opal vorsichtig gefasst werden. Vorsichtig? Ja, ein Opal mag das gar nicht, wenn er Spannung oder einen Schlag mit dem Punzen abbekommt.

Und das wars … Fertig ist der Anhänger =)

Der fertige Anhänger

Der fertige Anhänger

 

 

Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst

Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst

Wir laden Sie herzlich zur Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst ein.

Samstag, 25.03. und Sonntag, 26.03.
in der Sayner Hütte in Bendorf

 

Wo früher die Hochöfen glühten, gebe ich zusammen mit anderen renommierten Handwerksunternehmen und preisgekrönten Restauratoren besondere Einblicke in meine Arbeit. Die frisch sanierte Gießhalle ist erst seit kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich und bildet einen imposanten Rahmen für die Präsentation von Handwerksthemen und kulinarischen Genüssen. Flanieren Sie mit einem Gläschen Wein in der Hand, den Duft von französischen Backwaren in der Nase und informieren Sie sich dabei über Wissenswertes rund um Restaurierung und Handwerkskunst.

Die Ausstellung ist am Samstag von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Zusätzlich werden an beiden Tagen jeweils um 14.00 Uhr und 16.00 Uhr Führungen von Barbara Friedhofen (Leiterin des Rheinischen Eisenkunst-Museums) durch das historische Hütten-Ensemble angeboten. Der Eintritt ist frei.

Nähere Informationen zu den ausstellenden Unternehmen erhalten Sie hier auf der Homepage der WERTE

Der Veranstaltungsort ist zwar neu, nicht jedoch die Veranstaltungsreihe WERTE, die bereits 2013 und 2015 im Koblenzer Kurfürstlichen Schloss zu Gast war und zahlreiche Besucherinnen und Besucher anlockte. Interessierte können beispielsweise beim Polstern zusehen, Wissenswertes zum Umgang mit Antiquitäten erfahren oder umgearbeitete Pelz-und Lederbekleidung bewundern. Ebenso werden Restauratoren im Goldschmiedehandwerk den aufwändigen Entstehungsprozess ihrer Schmuckstücke zeigen. Wer selbst ein Erbstück zuhause hat und dazu professionellen Rat sucht, ist bei der WERTE 2017 ebenso gut aufgehoben. Alle Aussteller/innen sind Experten auf ihrem Gebiet und können fachkundig über Wert und Maßnahmen zum Erhalt Auskunft geben.

Ich freue mich, wenn Sie die einmalige Gelegenheit, uns über die Schulter zu schauen, nutzen.

 

Informationen zur Ausstellung WERTE 2017 in der Sayner Hütte in Bendorf

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