Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst

Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst

Wir laden Sie herzlich zur Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst ein.

Samstag, 25.03. und Sonntag, 26.03.
in der Sayner Hütte in Bendorf

 

Wo früher die Hochöfen glühten, gebe ich zusammen mit anderen renommierten Handwerksunternehmen und preisgekrönten Restauratoren besondere Einblicke in meine Arbeit. Die frisch sanierte Gießhalle ist erst seit kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich und bildet einen imposanten Rahmen für die Präsentation von Handwerksthemen und kulinarischen Genüssen. Flanieren Sie mit einem Gläschen Wein in der Hand, den Duft von französischen Backwaren in der Nase und informieren Sie sich dabei über Wissenswertes rund um Restaurierung und Handwerkskunst.

Die Ausstellung ist am Samstag von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Zusätzlich werden an beiden Tagen jeweils um 14.00 Uhr und 16.00 Uhr Führungen von Barbara Friedhofen (Leiterin des Rheinischen Eisenkunst-Museums) durch das historische Hütten-Ensemble angeboten. Der Eintritt ist frei.

Nähere Informationen zu den ausstellenden Unternehmen erhalten Sie hier auf der Homepage der WERTE

Der Veranstaltungsort ist zwar neu, nicht jedoch die Veranstaltungsreihe WERTE, die bereits 2013 und 2015 im Koblenzer Kurfürstlichen Schloss zu Gast war und zahlreiche Besucherinnen und Besucher anlockte. Interessierte können beispielsweise beim Polstern zusehen, Wissenswertes zum Umgang mit Antiquitäten erfahren oder umgearbeitete Pelz-und Lederbekleidung bewundern. Ebenso werden Restauratoren im Goldschmiedehandwerk den aufwändigen Entstehungsprozess ihrer Schmuckstücke zeigen. Wer selbst ein Erbstück zuhause hat und dazu professionellen Rat sucht, ist bei der WERTE 2017 ebenso gut aufgehoben. Alle Aussteller/innen sind Experten auf ihrem Gebiet und können fachkundig über Wert und Maßnahmen zum Erhalt Auskunft geben.

Ich freue mich, wenn Sie die einmalige Gelegenheit, uns über die Schulter zu schauen, nutzen.

 

Informationen zur Ausstellung WERTE 2017 in der Sayner Hütte in Bendorf

Die Entstehung von Trauringen in einem etwas anderen Design

Die Entstehung von Trauringen in einem etwas anderen Design

Ein Paar Design-Trauringe entsteht …

Wenn Paare sich zu ihrer Hochzeit ein besonderes Design wünschen – zumindest was die Trau-Ringe angeht – sind sie bei mir genau richtig.
Ich liebe es, Trau-Ringe in einer anderen Art anzufertigen.

Diesmal hatten sich meine Kunden in meinem Online-Shop umgeguckt und sich in einen besonderen Ring verliebt – einen Treppenring aus Silber und Roségold.
Das ist definitv kein alltäglicher Ring 🙂

Aber ich liebe ja die Herausforderung

Das Pärchen ist extra aus Frankfurt zu mir in die Werkstatt gekommen, um sich beraten zu lassen. Immer wieder fiel der Blick auf den Treppenring, obwohl noch andere außergewöhnliche Ringe auf dem Tisch lagen…. Der Treppenring sollte es also sein.
Also ging es weiter zum Ringgrößen messen – ich muss ja wissen, was ich an Material brauche.

Nach ein paar Tagen hatte ich das Material beisammen und konnte loslegen …
Zuerst habe ich versucht, mit Strichen die Treppen anzuzeichen – mit mäßigem Erfolg 😉 Wenn es so nicht geht, geht es anders.

Einfach drauflos arbeiten.

Nach vielen, vielen Sägeschnitten konnte dann endlich die Feile genutzt werden. Mit viel Schweiß und auch einigen Blasen an meinen Fingern sind viele Treppen entstanden. Auch wenn die Stufen nicht genau so sind wie in dem Modell… Aber das macht ja das Individuelle aus.
Nach dem Feilen konnte das Roségold vorbereitet werden und aufgelötet werden. Das sieht immer etwas wüst aus – das wird aber noch schön 😉

Also, weiter im Ablauf … Löten, abbeizen (d.h. Oxide und Flußmittelreste entfernen), Überstände absägen und die Seiten abfeilen.
Die Oberflächen wurden natürlich auch noch geschmirgelt.

Puhhh – fast fertig…
Jetzt wurde noch die Innenkante gebrochen, damit die Ringe auch bequem am Finger sitzen. Gerade bei Trau-Ringen ist das ein Muss in meinen Augen!
Zum Schluss habe ich noch alles poliert und als besonderen Hingucker habe ich der Oberfläche ein schlagmattes FInish verpasst.

Zum Abholen und zu Anprobe kamen meine Kunden dann nochmal zu mir in die Goldschmiede… Wie immer war ich etwas aufgeregt – war gar nicht nötig. Das Paar war begeister!

So soll es sein 🙂

Hier kommt noch eine kleine Collage mit den Einzelschritten.

Treppen-Trau-Ringe entstehen

Trauring Kurs mit Freunden

Trauring Kurs mit Freunden

Wenn Freunde zum Trauring Kurs kommen …

Es ist immer wieder schön, wenn Paare ihre Ringe selber schmieden möchten =) Und wenn es dann noch sehr gute Freunde sind, macht der Trauring Kurs noch mehr Spass…
Eine Rückmeldung gab es von den Beiden auch, was mich sehr gefreut hat und immer noch freut.

Liebe Brigitta,

Unser Trauring Kurs bei Dir war sehr schön, spannend und lustig. Als Du uns die beiden Goldstränge gezeigt hast und sagtest „dass werden Eure Ringe“, war ich doch erst etwas skeptisch – „sind die nicht eigentlich rund?“
Mein Mann war da etwas zuversichtlicher… Nach einigen Stunden Material ziehen, walzen und darauf herum hämmern sahen unsere Rohlinge wirklich schon mal nach Ringen aus. Und stolz waren wir da schon wie Oskar. Dann ging es weiter. Um es kurz zu machen, nach zwei Tagen und unzähligen gerissenen Sägeblättern waren unsere Ringe fertig. Sie sind genau so geworden, wie wir sie uns vorgestellt haben. Und was das Beste ist, wir haben sie wirklich selber gemacht.

Danke für Deine Anleitungen, dass Du uns immer gut zugeredet hast und mit einer Selbstverständlichkeit gesagt hast „das schafft ihr schon“. Nur in absoluten Notfällen hast Du eingegriffen und uns so wirklich ganz allein an unserem Glück schmieden lassen.

Es war eine tolle Erfahrung, ein spannender Einblick in Deine Arbeit und eine unvergessliche Zeit. Vielen Dank dafür.

Britta und Heiko

 

So, und jetzt möchte ich mal einen kleinen Einblick geben, wie ein Trauring Kurs bei mir in der Goldschmiede abläuft und was für einzelne Schritte notwendig sind, um am Ende tolle Ringe am Finger zu haben.

Alles fängt mit einen Stück Gold an – in diesem Fall war es ein viereckiger Weißgolddraht. Dieser wird gewalzt und entsprechend der Vorstellungen oval gezogen.
Anschließend werden die Ringe grob in Form gebogen.Trauring Kurs

Nach dem Biegen – dabei sollten die Enden so nah wie möglich aneinander stehen – wird diese Fuge nocheinmal durchgesägt. Dann passen die Enden exakt aufeinander und es kann gelötet werden.

Am einfachsten ist es, wenn das Lot in dieser Fuge steckt. Dann kann das Lot nirgendwo anders hinfließen, als an die gewünschte Stelle. Das Lot ist quasi der „Kleber“ für das Weißgold.
Da man immer etwas mehr Lot nimmt, als man eigentlich braucht, muss der Überschuss so sorgfältig wie möglich möglich verfeilt werden. Sonst hat der Ring nachher einen „Hubbel“ – das sieht sehr unschön aus.

Der Ring war ja nach dem Biegen und dem Löten noch nicht wirklich rund – das erledigen wir mit dem Ringriegel und vorerst mit einem Gummihammer. Ein Metallhammer würde Kerben im Gold hinterlassen – das ist in diesem Fall unerwünscht …

Trauring Kurs

Meistens ist der Ring nach dem Richten noch nicht ganz rund und oftmals stimmt die Größe noch nicht ganz. Also erledigen wir beide Probleme auf einmal. Mit dem „Schwanenhals“ (ich habe keine Ahnung, warum diese Maschine so heißt) wird der Ring in Form gedrückt. Dabei wird er auch etwas gestaucht, also kleiner gedrückt.

Damit sind die Trauringe auch schon fast fertig – aber nur fast …
Die Ringe sollten noch Zierrillen bekommen. Gesagt – getan. Aber bitte mit Vorsicht, die Sägeblätter sind sehr dünn und sägen auch gerne mal ins Fleisch.
Anschließend werden die Ringe innen und außen poliert und zu guter letzt bekommen sie eine schlagmatte Oberfläche. Der Handschuh ist dafür da, dass es nicht ganz so doll weh tut, wenn die Drähte der Schlagbürste mal nicht den Ring treffen 😉

Trauring Kurs

 

Und damit sind die Trauringe dann auch fertig … Die Steine hab ich noch eingefasst. Das Endergebnis kann sich sehen lassen. Ich war und bin mächtig stolz auf meine Freunde – das haben sie wirklich sehr gut gemacht.

Und direkt noch hinterher: Bei mir hat noch kein Paar den Trauring Kurs beendet und hatte unfertige oder unschöne Ringe 😉 Zur Not wird etwas länger gemacht…

Die tollen Bilder sind nicht von mir – die sind von meiner Freundin und Lieblingsfotografin Britta Schlier.