Der etwas andere Witwenring

Der etwas andere Witwenring

Aus zwei Trauringen wird ein Anhänger in Herzform … der etwas andere Witwenring zum Gedenken an den verstorbenen Partner.

Witwenring mal anders ... Ein zweifarbiges Herz

Witwenring mal anders … Ein zweifarbiges Herz

Ich liebe meinen Beruf, aber manchmal geht er auch etwas an die Substanz. Ich bekomme ja viel mit von meinen Kunden…

Wie ein junger Mann seiner Freundin das erste Schmuckstück kauft, die Frage nach Verlobungsringen, der nächste Schritt mit den Trauringen… Geschenke zur Geburt der Kinder, zum Examen, zu Hochzeitstagen.
Aber ab und an kommen Trauringe zu mir, die eine neue Bestimmung bekommen müssen, weil der Partner verstorben ist.

Natürlich gehört der Tod zum Leben dazu…

Aber wenn dann eine ältere Dame mit Tränen in den Augen in der Goldschmiede steht und die umgearbeiteten Ringe abholt, nimmt mich das dann schon mit.

Diesmal sollte es kein „Witwenring“ werden, sondern ein Anhänger war gewünscht.
Ich fand es zu schade, die Ringe einzuschmelzen, also habe ich sie einfach zusammen gefügt und einen Herz-Anhänger gemacht.

Witwenring mal anders ... Die Gravur bleibt erhalten

Witwenring mal anders … Die Gravur bleibt erhalten

Auch wenn das eher eine kleine Schattenseite meines Berufes ist, bin ich dankbar dafür – die Reaktion der Kundin war einfach schön.

Nachdem ich bei Facebook über diese Umarbeitung geschrieben habe, haben sich sehr viele Menschen bei mir gemeldet und wollten Ihre Ringe auch umgearbeitet haben.
Manchen ist im Laufe der Gespräche klar geworden, dass sie noch nicht so weit sind oder auch, dass nur der Ring des Partners umgearbeitet wird.

Witwenring mal anders ...

Witwenring mal anders …

Trauerarbeit gehört somit auch zu meinem Beruf.

Ich liebe es, wenn ich ein kleines Feedback bekomme. Oft braucht es nicht viele Worte … Manchmal fehlen die einfach.


Das sind ein paar Reaktionen, die ich geschickt bekommen habe.

 

 

Das Herz kam gerade an und es ist wunderschön. Vielen Dank.

Sie wissen nicht wie viele Gedanken ich mir schon gemacht habe und so ist das eine schöne Erinnerung an eine glückliche Ehe. ❤

Soeben habe ich meinen Anhänger ausgepackt und bin begeistert.

Bald wird es auch im Onlineshop die Möglichkeit geben, einen solchen Anhänger zu bestellen. Da wird auch der genaue Ablauf erklärt.

Trauringe selber schmieden

Trauringe selber schmieden

Trauringe selber schmieden … Ein junges Paar schmiedet sein Glück

Es war mal wieder soweit … zwei verliebte Menschen wollen ihre Trauringe selber schmieden.
Nichts leichter als das 😉 Vor allem, weil die beiden schon gut vorgearbeitet hatten und die Verlobungsringe bereits in einem Kurs selber geschmiedet haben. Sie wussten also genau, was sie wollten.

In knapp 6 Stunden sind tolle, klassische Trauringe aus 750er Gelbgold entstanden.

Hier kommt ein kleiner Einblick in den Ablauf

Zuerst habe ich das Ausgangsmaterial – in diesem Fall war es sog. Gussgold – geschmolzen. Da diese Arbeit nicht so einfach ist, wenn man es das erste Mal macht, und es leicht zu Fehlern kommen kann, habe ich das übernommen.
Und wie das Leben so spielt – ich musste ein zweites Mal schmelzen.

Vom Ausgangsmaterial zu kleinen Stangen, die mit Ringen noch nicht viel gemeinsam haben bis hin zum Glühen

Mit einer Stange von gut 8 mm Durchmesser kann man jetzt nicht unbedingt etwas anfangen. Also musste erst mal gewalzt werden. Zuerst viereckig und dann flach – das haben wir zumindest für den Damenring gemacht. Für den Herrenring habe ich das Material noch mal umgeschmolzen – das wollte nicht so wie wir… Dafür mussten wir dann den Strang nur noch flach walzen. Das spart Kraft, die wir dann später am Werkbrett benötigen.

Die Ringe werden gebogen

Ok – jetzt hatten wir also einen breiten und einen schmalen Blechstreifen, aber noch keine Ringe. An die Zange, fertig, los – so ungefähr kann man sich das vorstellen… Die Blechstreifen wurden rund gebogen, die zulangen Enden abgesägt und schon waren die Ringe fast fertig. Naja, fast fertig… Die beiden Enden mussten exakt aufeinander gestellt werden. Zur Not muss man noch mal durchsägen.

Dann durfte gelötet werden. Das haben die beiden wirklich sehr gut gemeistert. Denn hier gibt es oft große Schwierigkeiten. Man muss auf so Vieles gleichzeitig gucken. Deswegen stehe ich auch dicht daneben und rufe „Fertig!“, wenn das Lot geflossen ist. Bisher ist alles gut gegangen …

 

Fast fertig und doch noch so viel Arbeit …

Die Ringe werden gelötet und anschließend gefeilt

Jetzt musste die Lotnaht versäubert werden, das heißt, das überstehende Lot musste abgefeilt werden. Es durfte aber nicht zuviel weggefeilt werden, sonst wäre der Ring an der Stelle dünner und das sähe nicht schön aus.

So, jetzt haben wir also zwei gelötete und innen gefeilte Mehr-oder-Weniger-Ringe 😉 Die waren nicht wirklich rund. Das ist zu dem Zeitpunkt noch normal… Aber so kann das ja nicht bleiben. Also hieß es „Ran an den Hammer“. Mit Hilfe des Ringriegels und des Gummihammers wurden die Ringe rund gerichtet. Sobald die Ringe rund sind, kann man die Größe exakt messen. Beim Rund biegen ist das mehr eine grobe Schätzung.
Der Herrenring war perfekt – knapp zwei Nummern zu klein, aber das brauchen wir auch. Man muss bedenken, dass die Ringe ein Hammerschlag-Muster bekommen sollen. Dabei wird das Material gestreckt und die Ringe sind nachher zu groß. Das wollen wir ja auch nicht.
Der Damenring war allerdings nach dem ersten Löten ein paar Nummern zu groß. Es gibt Schlimmeres… Man sägt einfach ein passendes Stück raus und lötet den Ring wieder zu. Gesagt – getan.

In der Zwischenzeit konnte beim Herrenring ein Streifen abgesägt werden. Der Blechstreifen ist beim Walzen mehr in die Breite gegangen als gewünscht. Das sind dann die Nettigkeiten des Metalls  😉
Das ist eine schier endlose Arbeit – zumindest kommt es einem so vor. Bevor die Motivation flöten gegangen wäre, habe ich kurz Hand angelegt und das Stück abgesägt.

Normalerweise werden die Seitenflächen der Ringe jetzt plan gefeilt und geschmirgelt. Das war bei diesem Paar aber nur bedingt gewünscht. Es wurden nur die Flächen plan gefeilt, und dann die Innen- und Außenkanten gebrochen. So gab es keine Kante an den Ringen, die beim Tragen stören würde.
Innen und außen wurden die Ringe natürlich auch noch mal gefeilt und geschmirgelt. Die Schmiedestruktur, die danach gemacht werden muss, wird schöner, umso sorgfältiger die Ringe vorbereitet sind.

 

Jetzt wird es laut …

Zur Sicherheit kommen Ohrstöpsel zum Einsatz. Diesmal war das Paar besser vorbereitet als ich … Sie haben ihren eigenen Gehörtschutz mitgebracht. Das war eine Premiere =) Die Schläge von Metall auf Metall schreien in den Ohren – das kann wirklich wehtun. Von den Schäden, die im Ohr passieren, will ich gar nicht anfangen. Ein Gehörschutz ist wirklich sinnvoll.

Nach mehreren Kursen habe ich natürlich auch etwas gelernt. Wenn ich zeige, wie man den Ringriegel, den Ring und den Hammer hält und dann auch noch alles zusammen benutzt, ohne dass man sich auf die Finger haut, mache ich das jetzt nur noch an einem Probestück… Jeder schlägt eben anders.
Der Damenring war relativ schnell fertig, beim Herrenring mussten wir drei Runden schmieden, damit die richtige Größe erreicht war. Aber das ist ja nichts Schlimmes – gibt höchstens blaue Flecken vom Ringriegel.
Sonstige Verletzung gab es keine =)Die Ringe werden geschmiedet

Während des Schmiedens mussten die Ringe immer wieder anprobiert werden. Sie sollen ja auch passen. Normalerweise ist es kein Problem, einen Ring ohne Stein größer zu dehnen oder kleiner zu stauchen, aber bei Ringen mit einer Lotnaht kann es gerade beim Dehnen immer wieder zum Reißen kommen. Das ist einfach nur ärgerlich und sehr nervig. Dann schmieden wir den Ring doch lieber etwas mehr.

Auf dem Ringriegel sind immer ein paar Macken – die drücken sich natürlich beim Schmieden in das weichere Gold. Deswegen wurden die Innenflächen noch mal geschmirgelt, damit alles glatt und gut vorbereitet für das Polieren ist.
Die Außenkanten haben sich durch die Hammerschläge natürlich auch etwas verformt. Das ist allerdings gewünscht gewesen und sollte auch so bleiben.

 

Es muss erst dreckig werden, um dann zu glänzen …

Das VorpolierenDer letzte Schritt … Das Polieren.
Auch hier muss wieder ein Schritt nach dem Anderen erfolgen. Wir polieren also nicht direkt, sondern „trippeln“ die Ringe erst. Dazu nutzen wir eine sehr feine, fettige Schleifpaste, mit der die letzten Schmirgelspuren beseitigt werden.

Allerdings machen wir das bei diesen Ringen nur innen. Das Trippeln trägt etwas Material ab – das kommt beim Hammerschlag nicht so gut. Die Erhebungen sind danach quasi weg … Das wollen wir nun wirklich nicht.
Nach einem Tauchgang im warmen Ultraschallbad sind die Reste der Trippel-Paste weg und es kann zum Polieren gehen.

Zuerst werden die Ringe innen poliert. Dazu nutzen wir eine Holzzange um die Ringe zu halten. Eins der Dinge, die ich von Physik verstehe, ist die Tatsache, dass Reibung Wärme erzeugt. Die Ringe werden so richtig warm … man könnte auch heiß sagen 😉 Ich kann viel Wärme an den Fingern ertragen, aber das ist selbst mir zu doll.
Die Außenfläche und die Kanten werden dann mit dem Leinenrad und Polierpaste poliert. Auch da nutzen wir einen kleinen Die Ringe werden poliertHitzeschutz in Form von Lederfingerlingen.

Die Poliermaschine ist mit Vorsicht zu genießen. Sie ist manchmal etwas zickig und zieht die Polierpaste oder die Ringe einfach so ein. Während des Erklärens und Polierens komme ich mir manchmal vor wie eine Schallplatte mit Sprung: „Gut festhalten!“ ist mein meist gesagter Satz in der Zeit.
Leider kommt es doch ab und an vor, dass die Maschine ihren Willen durchsetzt. Diesmal hat sie die Trippelpaste geklaut und die Kursteilnehmerin hat sich den Finger etwas angeschlagen – tat nur weh, sonst ist wohl nichts passiert.
Den Herrenring habe ich dann fertig poliert.

Auch nach dem Polieren durften die Ringe noch mal im Ultraschall tauchen gehen.

Und damit waren die Ringe jetzt auch ganz fertig! Nur noch wiegen und zum Fotoshooting 😉
Und dann ab ins Trauring-Etui.

 

Ein Anhänger mit Granulation entsteht

Ein Anhänger mit Granulation entsteht

Manchmal findet der Goldschmied bei einem Messebesuch einen Edelstein und sieht vor dem geistigen Auge bereits das fertige Schmuckstück. Genau das ist mir beim Besuch der Intergem im Oktober 2017 passiert. Quasi im Vorbeilaufen habe ich aus dem Augenwinkel bei meinem Lieblings-Opalhändler einen eigentlich eher unscheinbaren Opal gesehen. Aber genau der passte zu meiner Idee eines neuen Anhänger mit Granulation.
Da blieb mir ja nichts anderes übrig, als den Opal mitzunehmen.

Ideenfindung für den Anhänger

Ideenfindung für den Anhänger

In der Werkstatt habe ich seit langem mal wieder eine grobe Skizze für den Anhänger angefertigt. Ich habe mir ein kleines Büchlein angefertigt, in das ich alles wichtige zu einem neuen Stück notieren kann. Ich hatte bei Business-Zeug einen Projektplaner gesehen – der war aber immer noch nicht das, was ich brauche. Also hab ich mir den selbst angefertigt und drucken lassen.

In diesem Büchlein habe ich die Möglichkeit, eine Skizze anzufertigen, aber auch die Materialzurichtungen, die Händler (wichtig bei Edelsteinen), die Arbeitszeit etc. zu notieren.

So – die grobe Skizze steht also fest … Es kann weiter gehen.

Die Vorbereitungen laufen

Die Vorbereitungen laufen

Die Fassung für den Opal wird schnell aus einem Blechstreifen gebogen, die brauche ich noch bevor ich mit dem Granulieren anfangen kann. Ich kann sie dann als Platzhalter nutzen und lege die Kügelchen nicht zu nah an den Stein. Das Blech ist auch schon aufgetieft, das heißt gewölbt. Eine gewölbte Oberfläche sieht immer spannend aus bei Granulation – finde ich 😉
Daneben steht noch ein Stück frisch geschmolzenes Stück Gold. Daraus wird der Kader – quasi der Rand für den Anhänger – angefertigt. Das aber erst später.

Es ist alles vorbereitet … Es kann an die Granulation gehen!

Ganz leicht habe ich die Größe des späteren Anhängers angezeichnet – ich muss ja wissen, wo ich granulieren kann. Damit dir keine Kügelchen verloren gehen, habe ich eine Papierunterlage unter dem Gitter mit dem Blech.

Die Kügelchen haben einen Durchmesser von nur 0,47 mm. Das ist wirklich klein!

Mit ruhiger Hand, einem dünnen Pinsel und etwas verdünntem Flußmittel beginne ich nun die Kügelchen auf das Blech zu legen. Ich habe mit

vorgenommen, dass die Granulation dem Opal nachempfunden wird. Dieser muss also immer in der Nähe liegen.
Ein freien Muster ist nicht so aufwendig und benötigt nicht so viel Konzentration wie ein geometrisches Muster. Bei geometrischen Mustern müssen die Kügelchen exakt liegen – jeder Fehler fällt sofort auf.

Granulation: Ein Muster aus Kügelchen entsteht

Granulation: Ein Muster aus Kügelchen entsteht

Nach dem Trocknen des Flußmittels kann ich anfangen zu granulieren. Das Trocknen ist ein wichtiger Schritt – meist bilden sich beim Erhitzen Blasen im Flußmittel. Das würde dazu führen, dass sich die Kügelchen vom Blech abheben und im schlimmsten Falle nicht mehr am richtigen Platz liegen.
Also lass ich das Blech gemütlich trocknen. In der Zeit kann ich schon mal eine neue Gasflasche mit einem anderen Löthandstück holen und anschließen.

Ich nutze bei der Granulation ein sogenanntes Mundlötrohr: Dabei führe ich dem Propangas den Sauerstoff durch meine Atemluft hinzu. Das ist nichts für schwache Lungen 😉 Ich muss ja gestehen, jeden Tag möchte ich damit nicht arbeiten und ziehe auch meinen Hut vor den Kollegen, die das tagtäglich machen.

So, das Flussmittel ist getrocknet, die Kügelchen liegen alle noch an ihrem Platz und das Blech ist auf dem Gitter in der Lotkreuzpinzette eingeklemmt.

Feuer frei!

Feuer frei: Das eigentliche Granulieren beginnt

Feuer frei: Das eigentliche Granulieren beginnt

Langsam mit einer ganz weichen Flamme fast ohne Sauerstoff erwärme ich das Blech – so verhindere ich, das die Kügelchen doch noch verrutschen. Sollen sie sich doch bewegen, kann ich noch einschreiten.
Jetzt kommt der für mich anstrengende Teil der Granualtion: Ich puste und puste und puste … und schnappe zwischendurch nach Luft 😉

Das Wichtigste jetzt ist, dass ich die Farbe des Goldes genau beobachte. Normalerweise löte ich mit Licht, das stört nicht. Beim Granulieren habe ich aber kaum Licht an, außer das Tageslicht, das durchs Fenster fällt. So kann ich die Farbe besser erkennen. Es kommt jetzt quasi auf jedes Grad an.

Detailaufnahme der verschweißten Kügelchen

Detailaufnahme der verschweißten Kügelchen

Wenn ich der Meinung bin, dass das Trägerblech heiß genug ist, muss ich schnell mit der Flamme umschlagen – das heißt, ich muss jetzt vorsichtig alles von oben erhitzen. In dem Moment schmilzt die Oberfläche der Kugeln und des Blechs. Aber eben nur die Oberfläche. Und genau das brauche ich… Genau jetzt verschweißen sich die Kügelchen mit den Nachbarkugeln und dem Trägerblech.

Jetzt darf alles langsam abkühlen.
Spätestens nach dem Abbeizen (dem Entfernen der Oxide) erkennt man, ob das Granulieren geklappt hat. Im Zweifelsfall findet man die Kügelchen in der Beize. Das kann passieren … Sehr ärgerlich! Aber dann ärgert man sich – nicht länger als 5 Minuten – und legt die Kügelchen noch mal nach und fängt von vorne an.

Das ist diesmal aber nicht passiert – es hat alles bestens geklappt. Das Blech ist noch ein Blech und die Kugeln sind Kugeln… So soll es sein.

Nun kommt eigentlich nur der Zusammenbau:

Der Kader – also der Rahmen unter dem Anhänger – wird aus einem Blechstreifen gebogen und verlötet. Da das Trägerblech ja etwas aufgetieft ist, muss ich den Kader noch anpassen.

Der Unterbau ist angelötet

Der Unterbau ist angelötet

Danach kann er unter das Blech gelötet werden. Dabei muss ich natürlich auf die Kügelchen achten. Die sind zwar verschweißt, aber die Auflage einer 0,47mm großen Kugel ist nicht die Größte … Das bedeutet, wenn ich zu feste an den Kügelchen reiße, reiße ich sie vom Blech runter.

Das Löten hat auch gut geklappt. Nachdem alles abgebeizt ist, werden die Überstände noch abgesägt und verfeilt. Dann wird die Fassung für den Opal aufgelötet…

Der Anhänger ist fast fertig

Der Anhänger ist fast fertig

Nachdem das auch geschehen ist, werden noch die beiden Löcher für die Kette angezeichnet und gebohrt.
Was muss jetzt noch gemacht werden? Nicht mehr viel – es muss noch etwas geschmirgelt und poliert werden. Dann kann der Opal vorsichtig gefasst werden. Vorsichtig? Ja, ein Opal mag das gar nicht, wenn er Spannung oder einen Schlag mit dem Punzen abbekommt.

Und das wars … Fertig ist der Anhänger =)

Der fertige Anhänger

Der fertige Anhänger

 

 

Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst

Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst

Wir laden Sie herzlich zur Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst ein.

Samstag, 25.03. und Sonntag, 26.03.
in der Sayner Hütte in Bendorf

 

Wo früher die Hochöfen glühten, gebe ich zusammen mit anderen renommierten Handwerksunternehmen und preisgekrönten Restauratoren besondere Einblicke in meine Arbeit. Die frisch sanierte Gießhalle ist erst seit kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich und bildet einen imposanten Rahmen für die Präsentation von Handwerksthemen und kulinarischen Genüssen. Flanieren Sie mit einem Gläschen Wein in der Hand, den Duft von französischen Backwaren in der Nase und informieren Sie sich dabei über Wissenswertes rund um Restaurierung und Handwerkskunst.

Die Ausstellung ist am Samstag von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Zusätzlich werden an beiden Tagen jeweils um 14.00 Uhr und 16.00 Uhr Führungen von Barbara Friedhofen (Leiterin des Rheinischen Eisenkunst-Museums) durch das historische Hütten-Ensemble angeboten. Der Eintritt ist frei.

Nähere Informationen zu den ausstellenden Unternehmen erhalten Sie hier auf der Homepage der WERTE

Der Veranstaltungsort ist zwar neu, nicht jedoch die Veranstaltungsreihe WERTE, die bereits 2013 und 2015 im Koblenzer Kurfürstlichen Schloss zu Gast war und zahlreiche Besucherinnen und Besucher anlockte. Interessierte können beispielsweise beim Polstern zusehen, Wissenswertes zum Umgang mit Antiquitäten erfahren oder umgearbeitete Pelz-und Lederbekleidung bewundern. Ebenso werden Restauratoren im Goldschmiedehandwerk den aufwändigen Entstehungsprozess ihrer Schmuckstücke zeigen. Wer selbst ein Erbstück zuhause hat und dazu professionellen Rat sucht, ist bei der WERTE 2017 ebenso gut aufgehoben. Alle Aussteller/innen sind Experten auf ihrem Gebiet und können fachkundig über Wert und Maßnahmen zum Erhalt Auskunft geben.

Ich freue mich, wenn Sie die einmalige Gelegenheit, uns über die Schulter zu schauen, nutzen.

 

Informationen zur Ausstellung WERTE 2017 in der Sayner Hütte in Bendorf

Unterschied zwischen Juwelier und Goldschmied?

Unterschied zwischen Juwelier und Goldschmied?

Juwelier & Goldschmied … 2 verschiedene Welten

Brigitta von Gruenberg - mit Fliege und Manschettenknoepfen

Brigitta von Gruenberg – mit Fliege und Manschettenknoepfen

Ich habe vor kurzem auf meiner Facebook-Seite gefragt, welche Fragen es in Bezug auf den Beruf des Goldschmieds bzw. auf die Arbeit des Goldschmieds gibt.
Eine der Fragen war, wo genau der Unterschied zwischen einem Juwelier und einem Goldschmied liegt.

Die Frage lässt sich leicht beantworten …

Handwerk trifft auf Verkäufer

Ok – das ist vielleicht etwas sehr wenig als Antwort. Ich versuche im Folgenden die Unterschiede aufzuzeigen. Bitte nicht vergessen, dass ich voreingenommen bin 😉

Der Juwelier

Brigitta von Gruenberg - mit Dobermann

Brigitta von Gruenberg – mit Sicherheitsbeauftragten

Der Juwelier ist der Besitzer bzw. Inhaber eines Schmuckgeschäftes. Es ist ein klassischer Ausbildungsberuf, wobei es zwei Arten der Ausbildung gibt.
Es gibt die 2-jährige Ausbildung zum Fachverkäufer/in für Schmuck, Uhren, Gold- und Silberwaren und es gibt die 3-jährige Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, bzw. zur Einzelhandelskauffrau für Schmuck, Uhren und Silberwaren.

Nach der Ausbildung kann man nur eins – Verkaufen. Manchmal lernen die Azubis auch das Perlenketten knoten … das kommt ein bißchen auf den Ausbildungsbetrieb an.
Natürlich gibt es auch Goldschmiede, die Einzelhandelskaufmenschen ausbilden – die können dann vielleicht noch Karabiner oder Federringe wechseln.
Ab und an haben Juweliergeschäfte auch angestellte Goldschmiede oder Uhrmacher dabei, die sind dann für die Reparaturen verantwortlich.
Wenn es das nicht gibt, wird alles an Reparaturen, Umarbeitungen und ggf. auch Neuanfertigungen außer Haus gegeben.

Bei den großen Juwelierketten wird z.B auch vorgeschrieben, was die Angestellten an Kleidung tragen dürfen und was nicht. Oft ist es eine Kombination aus Schwarz-Weiß (können Nari und ich auch …)

Kommen wir nun in meine Welt … der Goldschmied

Arbeit am Poliermotor

Arbeit am Poliermotor

Der Goldschmied lernt das Handwerk 3,5 Jahre lang … eine harte, schlecht bezahlte Zeit, die aber viel Spass macht und man meistens dreckige Hände hat! Wenn man es möchte jedenfalls.

Der Goldschmied
* fertigt neuen Schmuck an – nach seinen Entwürfen oder auch nach den Wünschen der Kunden.
* arbeitet Schmuck um – das heißt, Schmuck, der nicht mehr gefällt wird in ein neues Gewand gekleidet
* repariert Schmuck – meistens gerissene Ketten löten oder Ringe vergrößern / verkleinern
* kann Perlenketten knoten

Brigitta von Gruenberg - am Werkbrett

Brigitta von Gruenberg – am Werkbrett

Aber der Goldschmied kann auch Schmuck verkaufen. Nicht immer haben wir Goldschmiede nur „unseren“ Schmuck. Wir kaufen auch Schmuck dazu. Wir sind also auch so etwas wie ein Juwelier – sollte man aber nicht unbedingt sagen … Das könnte Goldschmied in den falschen Hals bekommen 😉

Ich selbst arbeite in meiner Werkstatt auch für Juweliere – das heißt, ich repariere im Auftrag den Schmuck der Kunden.

Dadurch, dass ich selber Schmuck anfertigen kann, kann ich meine Kunden natürlich auch anders beraten.
Oftmals passt ein Schmuckstück nicht 100%ig zum Träger. Aber wie heißt es so schön:

Was nicht passt, wird passend gemacht!

Und genau das liebe ich so sehr an meinem Beruf.

Etwas für mich sehr schönes ist es, wenn ich Paare in meiner Werkstatt habe, die einen Trauring-Kurs besuchen.

Laien lernen meinen Beruf kennen und schmieden ihr Glück gemeinsam!

Brigitta von Gruenberg - mit Lupenbrille

Brigitta von Gruenberg – mit Lupenbrille

Spätestens nach 10 Minuten sind die Augen riesengroß und die Überraschung, dass der Ring nicht einfach schon fertig poliert auf dem Werkbrett liegt ist groß.

Ich hoffe, ich konnte den Unterschied zwischen Goldschmied und Juwelier gut erklären. Wenn Fragen offen sind – einfach Fragen (per Kommentar, per Mail oder auch als Postkarte).
Wenn es andere Fragen zu meinem Beruf gibt – her damit! Ich beantworte sie sehr gerne.

 

Schmuck trifft Kunst …

Schmuck trifft Kunst …

Kunst und Schmuck … 2 Welten, die doch zusammen passen

Vor 2 Jahren habe ich die Goldschmiede auf der Hauptstraße in Dannstadt neu eröffnet. Mir war schnell klar, dass kahle Wände nicht schön sind und nur der Meisterbrief als Wandschmuck nicht ausreicht.

Von Anfang an habe ich meine Wände Künstlern aus der Umgebung zu Verfügung gestellt.
Die Vorteile liegen auf der Hand – ich habe Bilder an den Wänden und der Künstler stellt seine Bilder bzw. seine Kunst einen ganz anderen Publikum als sonst vor.

Über eine Businessgruppe für Frauen habe ich vor etwas mehr als einem Jahr Christine Keller kennengelernt. Schnell war klar, dass ich die Art ihrer Bilder mag. Was lag näher als einfach zu fragen, ob sie sich vorstellen könnte, in der Goldschmiede auszustellen.
Letzten Winter gab es bereits eine Ausstellung mit Christines Kunst – die dann über den Sommer durch Fotografien von Britta Schlier abgelöst wurden.

Für den Winter musste mehr Farbe her

So sehr ich Brittas Fotografien liebe, diese Fotografien waren für die Weihnachtszeit nicht das richtige – ich brauchte mehr Farbe, mehr Kraft und nicht so viel Ruhe. Da es Landschaftsfotografien waren, strahlen diese Bilder unweigerlich eine Ruhe und Entspannung aus. Unglaublich schön und stimmungsvoll laden sie zum Träumen ein… Ich habe selbst gemerkt, wie mich die Bilder öfter von der Arbeit „abgehalten“ haben, weil ich mich in ihnen verloren habe. Definitiv nicht das richtige für die anstehende Weihnachtszeit 😉

Also habe ich mich wieder mit Christine Keller abgesprochen, dass ich neue „Farbe“ an den Wänden brauche. Diesmal ist rot die dominierende Farbe. 4 recht große, sehr kraftvolle Bilder zieren seit einer Woche die Wände der Goldschmiede.

Schmuck trifft Kunst

Die Bilder treffen sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber das ist auch nicht schlimm. Wir sind nicht alle gleich, also gefällt uns auch nicht alles 😉
Ich jedenfalls freue mich jedes Mal, wenn ich die Bilder angucken kann. Sie geben mir Kraft und machen Mut.

Mehr Informationen zu der Künstlerin und ihrer Kunst gibt es hier.

 

 

Die Entstehung von Trauringen in einem etwas anderen Design

Die Entstehung von Trauringen in einem etwas anderen Design

Ein Paar Design-Trauringe entsteht …

Wenn Paare sich zu ihrer Hochzeit ein besonderes Design wünschen – zumindest was die Trau-Ringe angeht – sind sie bei mir genau richtig.
Ich liebe es, Trau-Ringe in einer anderen Art anzufertigen.

Diesmal hatten sich meine Kunden in meinem Online-Shop umgeguckt und sich in einen besonderen Ring verliebt – einen Treppenring aus Silber und Roségold.
Das ist definitv kein alltäglicher Ring 🙂

Aber ich liebe ja die Herausforderung

Das Pärchen ist extra aus Frankfurt zu mir in die Werkstatt gekommen, um sich beraten zu lassen. Immer wieder fiel der Blick auf den Treppenring, obwohl noch andere außergewöhnliche Ringe auf dem Tisch lagen…. Der Treppenring sollte es also sein.
Also ging es weiter zum Ringgrößen messen – ich muss ja wissen, was ich an Material brauche.

Nach ein paar Tagen hatte ich das Material beisammen und konnte loslegen …
Zuerst habe ich versucht, mit Strichen die Treppen anzuzeichen – mit mäßigem Erfolg 😉 Wenn es so nicht geht, geht es anders.

Einfach drauflos arbeiten.

Nach vielen, vielen Sägeschnitten konnte dann endlich die Feile genutzt werden. Mit viel Schweiß und auch einigen Blasen an meinen Fingern sind viele Treppen entstanden. Auch wenn die Stufen nicht genau so sind wie in dem Modell… Aber das macht ja das Individuelle aus.
Nach dem Feilen konnte das Roségold vorbereitet werden und aufgelötet werden. Das sieht immer etwas wüst aus – das wird aber noch schön 😉

Also, weiter im Ablauf … Löten, abbeizen (d.h. Oxide und Flußmittelreste entfernen), Überstände absägen und die Seiten abfeilen.
Die Oberflächen wurden natürlich auch noch geschmirgelt.

Puhhh – fast fertig…
Jetzt wurde noch die Innenkante gebrochen, damit die Ringe auch bequem am Finger sitzen. Gerade bei Trau-Ringen ist das ein Muss in meinen Augen!
Zum Schluss habe ich noch alles poliert und als besonderen Hingucker habe ich der Oberfläche ein schlagmattes FInish verpasst.

Zum Abholen und zu Anprobe kamen meine Kunden dann nochmal zu mir in die Goldschmiede… Wie immer war ich etwas aufgeregt – war gar nicht nötig. Das Paar war begeister!

So soll es sein 🙂

Hier kommt noch eine kleine Collage mit den Einzelschritten.

Treppen-Trau-Ringe entstehen

Ein Paar schmiedet sein Glück

Ein Paar schmiedet sein Glück

Das Glück selber schmieden …

Ein junges Paar hat mich Anfang des Jahres in meiner Werkstatt besucht um ihr Glück zu schmieden …
Gewünscht waren Trauringe aus Weißgold mit einer Schmiede-Struktur. Gesagt – getan =) Mit etwas Anleitung meinerseits sind in 5 sehr angenehmen Stunden – für mich waren sie sehr angenehm – ein wirklich tolles Paar Trauringe entstanden …

 

Ich glaube, das Brautpaar ist der gleichen Meinung …

Liebe Frau von Grünberg,
bis heute erinnern wir uns gerne an den lustigen, spannenden und sehr informativen Trauringkurs bei Ihnen zurück. Gleich zu Beginn haben Sie uns mit Ihrer großen Leidenschaft und Begeisterung für ihr Handwerk angesteckt und unsere anfängliche Skepsis, wie aus einem einfachen Goldstrang zwei solch einzigartige Ringe entstehen sollten, in Luft aufgelöst.
Nach einigen Stunden des Materialziehens, Walzens, Sägens und Polierens konnten wir dann langsam erahnen, was für ein herrlicher Schatz am Ende der getanen Arbeit auf uns warten würde. Ein Schatz, der unsere kühnsten Träume und Wünsche bei Weitem übertroffen hat. Noch heute können wir es kaum fassen, dass diese Ringe tatsächlich von uns selbst angefertigt wurden.
Vielen Dank, dass Sie uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen, wenn wir nicht mehr weiter wussten, und uns motivierten, wenn einmal etwas nicht auf Anhieb funktionierte, wie beispielsweise das Rundbiegen der Ringe.
Es war eine Erfahrung, die wir niemals vergessen werden und die wir jedem Brautpaar nur wärmstens empfehlen können. Vielen, vielen Dank dafür.

Ein kleiner Einblick in den Ablauf …

Es wurde der eckige Weißgolddraht gezogen, dass er ein Ovalprofil erhält. Dann wurden die Ringe gebogen – musste noch nicht rund sein und die Lotfuge wurde nochmal durchgesägt.

Walzen & Sägen

Nach dem Löten musste die Lotnaht natürlich gefeilt werden – innen und außen. Und auch noch ohne Macken zu hinterlassen … Gar nicht sooo einfach, wenn man es noch nie gemacht hat.
Die Ringe waren ja jetzt noch nicht richtig rund. Also haben wir es uns einfach gemacht und haben sie gerichtet und gleichzeitig auf die richtige Größe gebracht.
Anprobieren muss natürlich auch sein 😉

Feilen & anprobieren

Rund waren die Ringe jetzt, gepasst haben sie auch schon fast. Nur fast, weil es noch eine Schmiedestruktur geben sollte…
Also Hammer in die Hand und los ging es … Zum Glück habe ich an einem anderen Ring gezeigt, wie es geht – ich habe einen anderen Schlag drauf =)
Die Ringe haben also zarte Schläge mit dem Hammer bekommen – da war Liebe im Spiel 😉
Anschließend wurden die Ringe noch poliert und graviert.

Den Stein habe ich eingerieben 😉

Schmieden. polieren & gravieren

Aus „Alt“ wird „Neu“

Aus „Alt“ wird „Neu“

Wie aus viel „Alt“ zwei schöne „Neu“ wird …

Immer wieder kommt es vor, dass Kunden mit Ihrem alten Schmuck zu mir kommen und fragen, ob man damit noch was machen kann.
Ja – man kann =)

In diesem Fall wollte meine Kundin einen Ring und ein paar Ohrringe mit Peridot-Tropfen – passend zu einer Kette, die sie sich gekauft hat. Gesagt – getan!

Auf der Inhorgenta habe ich die passenden Peridot-Tropfen gekauft und dann konnte es losgehen.
Zuerst habe ich den Schmuck nach den Feingehalten sortiert – gebraucht wurde 585er Weißgold. Nach dem Sortieren habe ich den ganzen alten Schmuck eingeschmolzen und in eine Bleckform gegossen.
Danach ging es für die Ohrringe klassisch weiter – walzen, biegen, löten & polieren.

012Der Ring war etwas aufwendiger – zuerst wurde das Blech gewalzt, dann in Ringform gebogen und verlötet. Nach dem Rundrichten und dem „schick“ machen, ging es ans Schmieden.

Dazu wird der Ring auf dem sog. Ringstock gehalten und mit dem Hammer bearbeitet – immer mit viel Vorsicht.

030Der Hammer, der diesmal zum Einsatz kam, war an der Finne angeschliffen. Wenn der den Finger trifft, tut das nicht nur sehr weh, sondern verursacht auch sehr starke Verletzungen.

Durch die angeschliffene Finne bekommt der Ring eine sehr interessante Oberfläche mit vielen Kerben.

Nach dem schmieden wurde der Ring noch schnell auf die richtige Ringgröße gebracht und schon gind es mit der Fassung weiter. Diese wurde auf den Ring aufgelötet.

099Damit war der Ring auch fast fertig … aber nur fast.
Die Innenkanten des Rings waren noch scharfkantig – mir gefällt das nicht, bzw. ich finde das sehr unbequem zu tragen. Also werden diese gebrochen. Ich könnte dazu einen Schaber oder eine Feile nehmen – oder einen Zylinderfräser… Das Geräusch erinnert an Zahnarzt-Besuche 😉
Damit geht es aber schneller als mit der Feile … Nachteil ist allerdings, dass man das Metall dann auch im Gesicht hat.

 

Das Goldschmiedehandwerk hat nicht nur goldenen Boden.

 

146Weiter ging es dann mit dem schmirgeln der Innenseite. Erst wenn alle Macken entfernt sind und die Innenseite gleichmäßig ist, kann der Ring poliert werden.

Abschließend wurden die Peridots von einem Juwelenfasser fachgerecht gefasst.
Warum zum Fasser? Das ist ein eigenständiger Berufszweig. Ich selbst kann die ein oder andere Fassung auch fassen, aber es gibt immer wieder Herausforderungen. Eine Tropfenfassung und dazu noch ein Peridot, der schon kaputt geht, wenn man ihn böse anguckt (übertrieben gesehen) muss ich nicht fassen.
Das überlass ich lieber dem Fachmann.

Trauring Kurs mit Freunden

Trauring Kurs mit Freunden

Wenn Freunde zum Trauring Kurs kommen …

Es ist immer wieder schön, wenn Paare ihre Ringe selber schmieden möchten =) Und wenn es dann noch sehr gute Freunde sind, macht der Trauring Kurs noch mehr Spass…
Eine Rückmeldung gab es von den Beiden auch, was mich sehr gefreut hat und immer noch freut.

Liebe Brigitta,

Unser Trauring Kurs bei Dir war sehr schön, spannend und lustig. Als Du uns die beiden Goldstränge gezeigt hast und sagtest „dass werden Eure Ringe“, war ich doch erst etwas skeptisch – „sind die nicht eigentlich rund?“
Mein Mann war da etwas zuversichtlicher… Nach einigen Stunden Material ziehen, walzen und darauf herum hämmern sahen unsere Rohlinge wirklich schon mal nach Ringen aus. Und stolz waren wir da schon wie Oskar. Dann ging es weiter. Um es kurz zu machen, nach zwei Tagen und unzähligen gerissenen Sägeblättern waren unsere Ringe fertig. Sie sind genau so geworden, wie wir sie uns vorgestellt haben. Und was das Beste ist, wir haben sie wirklich selber gemacht.

Danke für Deine Anleitungen, dass Du uns immer gut zugeredet hast und mit einer Selbstverständlichkeit gesagt hast „das schafft ihr schon“. Nur in absoluten Notfällen hast Du eingegriffen und uns so wirklich ganz allein an unserem Glück schmieden lassen.

Es war eine tolle Erfahrung, ein spannender Einblick in Deine Arbeit und eine unvergessliche Zeit. Vielen Dank dafür.

Britta und Heiko

 

So, und jetzt möchte ich mal einen kleinen Einblick geben, wie ein Trauring Kurs bei mir in der Goldschmiede abläuft und was für einzelne Schritte notwendig sind, um am Ende tolle Ringe am Finger zu haben.

Alles fängt mit einen Stück Gold an – in diesem Fall war es ein viereckiger Weißgolddraht. Dieser wird gewalzt und entsprechend der Vorstellungen oval gezogen.
Anschließend werden die Ringe grob in Form gebogen.Trauring Kurs

Nach dem Biegen – dabei sollten die Enden so nah wie möglich aneinander stehen – wird diese Fuge nocheinmal durchgesägt. Dann passen die Enden exakt aufeinander und es kann gelötet werden.

Am einfachsten ist es, wenn das Lot in dieser Fuge steckt. Dann kann das Lot nirgendwo anders hinfließen, als an die gewünschte Stelle. Das Lot ist quasi der „Kleber“ für das Weißgold.
Da man immer etwas mehr Lot nimmt, als man eigentlich braucht, muss der Überschuss so sorgfältig wie möglich möglich verfeilt werden. Sonst hat der Ring nachher einen „Hubbel“ – das sieht sehr unschön aus.

Der Ring war ja nach dem Biegen und dem Löten noch nicht wirklich rund – das erledigen wir mit dem Ringriegel und vorerst mit einem Gummihammer. Ein Metallhammer würde Kerben im Gold hinterlassen – das ist in diesem Fall unerwünscht …

Trauring Kurs

Meistens ist der Ring nach dem Richten noch nicht ganz rund und oftmals stimmt die Größe noch nicht ganz. Also erledigen wir beide Probleme auf einmal. Mit dem „Schwanenhals“ (ich habe keine Ahnung, warum diese Maschine so heißt) wird der Ring in Form gedrückt. Dabei wird er auch etwas gestaucht, also kleiner gedrückt.

Damit sind die Trauringe auch schon fast fertig – aber nur fast …
Die Ringe sollten noch Zierrillen bekommen. Gesagt – getan. Aber bitte mit Vorsicht, die Sägeblätter sind sehr dünn und sägen auch gerne mal ins Fleisch.
Anschließend werden die Ringe innen und außen poliert und zu guter letzt bekommen sie eine schlagmatte Oberfläche. Der Handschuh ist dafür da, dass es nicht ganz so doll weh tut, wenn die Drähte der Schlagbürste mal nicht den Ring treffen 😉

Trauring Kurs

 

Und damit sind die Trauringe dann auch fertig … Die Steine hab ich noch eingefasst. Das Endergebnis kann sich sehen lassen. Ich war und bin mächtig stolz auf meine Freunde – das haben sie wirklich sehr gut gemacht.

Und direkt noch hinterher: Bei mir hat noch kein Paar den Trauring Kurs beendet und hatte unfertige oder unschöne Ringe 😉 Zur Not wird etwas länger gemacht…

Die tollen Bilder sind nicht von mir – die sind von meiner Freundin und Lieblingsfotografin Britta Schlier.