Ein Anhänger mit Granulation entsteht

Ein Anhänger mit Granulation entsteht

Manchmal findet der Goldschmied bei einem Messebesuch einen Edelstein und sieht vor dem geistigen Auge bereits das fertige Schmuckstück. Genau das ist mir beim Besuch der Intergem im Oktober 2017 passiert. Quasi im Vorbeilaufen habe ich aus dem Augenwinkel bei meinem Lieblings-Opalhändler einen eigentlich eher unscheinbaren Opal gesehen. Aber genau der passte zu meiner Idee eines neuen Anhänger mit Granulation.
Da blieb mir ja nichts anderes übrig, als den Opal mitzunehmen.

Ideenfindung für den Anhänger

Ideenfindung für den Anhänger

In der Werkstatt habe ich seit langem mal wieder eine grobe Skizze für den Anhänger angefertigt. Ich habe mir ein kleines Büchlein angefertigt, in das ich alles wichtige zu einem neuen Stück notieren kann. Ich hatte bei Business-Zeug einen Projektplaner gesehen – der war aber immer noch nicht das, was ich brauche. Also hab ich mir den selbst angefertigt und drucken lassen.

In diesem Büchlein habe ich die Möglichkeit, eine Skizze anzufertigen, aber auch die Materialzurichtungen, die Händler (wichtig bei Edelsteinen), die Arbeitszeit etc. zu notieren.

So – die grobe Skizze steht also fest … Es kann weiter gehen.
Die Vorbereitungen laufen

Die Vorbereitungen laufen

Die Fassung für den Opal wird schnell aus einem Blechstreifen gebogen, die brauche ich noch bevor ich mit dem Granulieren anfangen kann. Ich kann sie dann als Platzhalter nutzen und lege die Kügelchen nicht zu nah an den Stein. Das Blech ist auch schon aufgetieft, das heißt gewölbt. Eine gewölbte Oberfläche sieht immer spannend aus bei Granulation – finde ich 😉
Daneben steht noch ein Stück frisch geschmolzenes Stück Gold. Daraus wird der Kader – quasi der Rand für den Anhänger – angefertigt. Das aber erst später.

Es ist alles vorbereitet … Es kann an die Granulation gehen!

Ganz leicht habe ich die Größe des späteren Anhängers angezeichnet – ich muss ja wissen, wo ich granulieren kann. Damit dir keine Kügelchen verloren gehen, habe ich eine Papierunterlage unter dem Gitter mit dem Blech.

Die Kügelchen haben einen Durchmesser von nur 0,47 mm. Das ist wirklich klein!

Mit ruhiger Hand, einem dünnen Pinsel und etwas verdünntem Flußmittel beginne ich nun die Kügelchen auf das Blech zu legen. Ich habe mit

vorgenommen, dass die Granulation dem Opal nachempfunden wird. Dieser muss also immer in der Nähe liegen.
Ein freien Muster ist nicht so aufwendig und benötigt nicht so viel Konzentration wie ein geometrisches Muster. Bei geometrischen Mustern müssen die Kügelchen exakt liegen – jeder Fehler fällt sofort auf.

Granulation: Ein Muster aus Kügelchen entsteht

Granulation: Ein Muster aus Kügelchen entsteht

Nach dem Trocknen des Flußmittels kann ich anfangen zu granulieren. Das Trocknen ist ein wichtiger Schritt – meist bilden sich beim Erhitzen Blasen im Flußmittel. Das würde dazu führen, dass sich die Kügelchen vom Blech abheben und im schlimmsten Falle nicht mehr am richtigen Platz liegen.
Also lass ich das Blech gemütlich trocknen. In der Zeit kann ich schon mal eine neue Gasflasche mit einem anderen Löthandstück holen und anschließen.

Ich nutze bei der Granulation ein sogenanntes Mundlötrohr: Dabei führe ich dem Propangas den Sauerstoff durch meine Atemluft hinzu. Das ist nichts für schwache Lungen 😉 Ich muss ja gestehen, jeden Tag möchte ich damit nicht arbeiten und ziehe auch meinen Hut vor den Kollegen, die das tagtäglich machen.

So, das Flussmittel ist getrocknet, die Kügelchen liegen alle noch an ihrem Platz und das Blech ist auf dem Gitter in der Lotkreuzpinzette eingeklemmt.

Feuer frei!

Feuer frei: Das eigentliche Granulieren beginnt

Feuer frei: Das eigentliche Granulieren beginnt

Langsam mit einer ganz weichen Flamme fast ohne Sauerstoff erwärme ich das Blech – so verhindere ich, das die Kügelchen doch noch verrutschen. Sollen sie sich doch bewegen, kann ich noch einschreiten.
Jetzt kommt der für mich anstrengende Teil der Granualtion: Ich puste und puste und puste … und schnappe zwischendurch nach Luft 😉

Das Wichtigste jetzt ist, dass ich die Farbe des Goldes genau beobachte. Normalerweise löte ich mit Licht, das stört nicht. Beim Granulieren habe ich aber kaum Licht an, außer das Tageslicht, das durchs Fenster fällt. So kann ich die Farbe besser erkennen. Es kommt jetzt quasi auf jedes Grad an.

Detailaufnahme der verschweißten Kügelchen

Detailaufnahme der verschweißten Kügelchen

Wenn ich der Meinung bin, dass das Trägerblech heiß genug ist, muss ich schnell mit der Flamme umschlagen – das heißt, ich muss jetzt vorsichtig alles von oben erhitzen. In dem Moment schmilzt die Oberfläche der Kugeln und des Blechs. Aber eben nur die Oberfläche. Und genau das brauche ich… Genau jetzt verschweißen sich die Kügelchen mit den Nachbarkugeln und dem Trägerblech.

Jetzt darf alles langsam abkühlen.
Spätestens nach dem Abbeizen (dem Entfernen der Oxide) erkennt man, ob das Granulieren geklappt hat. Im Zweifelsfall findet man die Kügelchen in der Beize. Das kann passieren … Sehr ärgerlich! Aber dann ärgert man sich – nicht länger als 5 Minuten – und legt die Kügelchen noch mal nach und fängt von vorne an.

Das ist diesmal aber nicht passiert – es hat alles bestens geklappt. Das Blech ist noch ein Blech und die Kugeln sind Kugeln… So soll es sein.

Nun kommt eigentlich nur der Zusammenbau:

Der Kader – also der Rahmen unter dem Anhänger – wird aus einem Blechstreifen gebogen und verlötet. Da das Trägerblech ja etwas aufgetieft ist, muss ich den Kader noch anpassen.

Der Unterbau ist angelötet

Der Unterbau ist angelötet

Danach kann er unter das Blech gelötet werden. Dabei muss ich natürlich auf die Kügelchen achten. Die sind zwar verschweißt, aber die Auflage einer 0,47mm großen Kugel ist nicht die Größte … Das bedeutet, wenn ich zu feste an den Kügelchen reiße, reiße ich sie vom Blech runter.

Das Löten hat auch gut geklappt. Nachdem alles abgebeizt ist, werden die Überstände noch abgesägt und verfeilt. Dann wird die Fassung für den Opal aufgelötet…

Der Anhänger ist fast fertig

Der Anhänger ist fast fertig

Nachdem das auch geschehen ist, werden noch die beiden Löcher für die Kette angezeichnet und gebohrt.
Was muss jetzt noch gemacht werden? Nicht mehr viel – es muss noch etwas geschmirgelt und poliert werden. Dann kann der Opal vorsichtig gefasst werden. Vorsichtig? Ja, ein Opal mag das gar nicht, wenn er Spannung oder einen Schlag mit dem Punzen abbekommt.

Und das wars … Fertig ist der Anhänger =)

Der fertige Anhänger

Der fertige Anhänger

 

 

Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst

Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst

Wir laden Sie herzlich zur Ausstellung WERTE 2017 – Werkstätten traditioneller Handwerkskunst ein.

Samstag, 25.03. und Sonntag, 26.03.
in der Sayner Hütte in Bendorf

 

Wo früher die Hochöfen glühten, gebe ich zusammen mit anderen renommierten Handwerksunternehmen und preisgekrönten Restauratoren besondere Einblicke in meine Arbeit. Die frisch sanierte Gießhalle ist erst seit kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich und bildet einen imposanten Rahmen für die Präsentation von Handwerksthemen und kulinarischen Genüssen. Flanieren Sie mit einem Gläschen Wein in der Hand, den Duft von französischen Backwaren in der Nase und informieren Sie sich dabei über Wissenswertes rund um Restaurierung und Handwerkskunst.

Die Ausstellung ist am Samstag von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Zusätzlich werden an beiden Tagen jeweils um 14.00 Uhr und 16.00 Uhr Führungen von Barbara Friedhofen (Leiterin des Rheinischen Eisenkunst-Museums) durch das historische Hütten-Ensemble angeboten. Der Eintritt ist frei.

Nähere Informationen zu den ausstellenden Unternehmen erhalten Sie hier auf der Homepage der WERTE

Der Veranstaltungsort ist zwar neu, nicht jedoch die Veranstaltungsreihe WERTE, die bereits 2013 und 2015 im Koblenzer Kurfürstlichen Schloss zu Gast war und zahlreiche Besucherinnen und Besucher anlockte. Interessierte können beispielsweise beim Polstern zusehen, Wissenswertes zum Umgang mit Antiquitäten erfahren oder umgearbeitete Pelz-und Lederbekleidung bewundern. Ebenso werden Restauratoren im Goldschmiedehandwerk den aufwändigen Entstehungsprozess ihrer Schmuckstücke zeigen. Wer selbst ein Erbstück zuhause hat und dazu professionellen Rat sucht, ist bei der WERTE 2017 ebenso gut aufgehoben. Alle Aussteller/innen sind Experten auf ihrem Gebiet und können fachkundig über Wert und Maßnahmen zum Erhalt Auskunft geben.

Ich freue mich, wenn Sie die einmalige Gelegenheit, uns über die Schulter zu schauen, nutzen.

 

Informationen zur Ausstellung WERTE 2017 in der Sayner Hütte in Bendorf

Unterschied zwischen Juwelier und Goldschmied?

Unterschied zwischen Juwelier und Goldschmied?

Juwelier & Goldschmied … 2 verschiedene Welten

Brigitta von Gruenberg - mit Fliege und Manschettenknoepfen

Brigitta von Gruenberg – mit Fliege und Manschettenknoepfen

Ich habe vor kurzem auf meiner Facebook-Seite gefragt, welche Fragen es in Bezug auf den Beruf des Goldschmieds bzw. auf die Arbeit des Goldschmieds gibt.
Eine der Fragen war, wo genau der Unterschied zwischen einem Juwelier und einem Goldschmied liegt.

Die Frage lässt sich leicht beantworten …

Handwerk trifft auf Verkäufer

Ok – das ist vielleicht etwas sehr wenig als Antwort. Ich versuche im Folgenden die Unterschiede aufzuzeigen. Bitte nicht vergessen, dass ich voreingenommen bin 😉

Der Juwelier

Brigitta von Gruenberg - mit Dobermann

Brigitta von Gruenberg – mit Sicherheitsbeauftragten

Der Juwelier ist der Besitzer bzw. Inhaber eines Schmuckgeschäftes. Es ist ein klassischer Ausbildungsberuf, wobei es zwei Arten der Ausbildung gibt.
Es gibt die 2-jährige Ausbildung zum Fachverkäufer/in für Schmuck, Uhren, Gold- und Silberwaren und es gibt die 3-jährige Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, bzw. zur Einzelhandelskauffrau für Schmuck, Uhren und Silberwaren.

Nach der Ausbildung kann man nur eins – Verkaufen. Manchmal lernen die Azubis auch das Perlenketten knoten … das kommt ein bißchen auf den Ausbildungsbetrieb an.
Natürlich gibt es auch Goldschmiede, die Einzelhandelskaufmenschen ausbilden – die können dann vielleicht noch Karabiner oder Federringe wechseln.
Ab und an haben Juweliergeschäfte auch angestellte Goldschmiede oder Uhrmacher dabei, die sind dann für die Reparaturen verantwortlich.
Wenn es das nicht gibt, wird alles an Reparaturen, Umarbeitungen und ggf. auch Neuanfertigungen außer Haus gegeben.

Bei den großen Juwelierketten wird z.B auch vorgeschrieben, was die Angestellten an Kleidung tragen dürfen und was nicht. Oft ist es eine Kombination aus Schwarz-Weiß (können Nari und ich auch …)

Kommen wir nun in meine Welt … der Goldschmied

Arbeit am Poliermotor

Arbeit am Poliermotor

Der Goldschmied lernt das Handwerk 3,5 Jahre lang … eine harte, schlecht bezahlte Zeit, die aber viel Spass macht und man meistens dreckige Hände hat! Wenn man es möchte jedenfalls.

Der Goldschmied
* fertigt neuen Schmuck an – nach seinen Entwürfen oder auch nach den Wünschen der Kunden.
* arbeitet Schmuck um – das heißt, Schmuck, der nicht mehr gefällt wird in ein neues Gewand gekleidet
* repariert Schmuck – meistens gerissene Ketten löten oder Ringe vergrößern / verkleinern
* kann Perlenketten knoten

Brigitta von Gruenberg - am Werkbrett

Brigitta von Gruenberg – am Werkbrett

Aber der Goldschmied kann auch Schmuck verkaufen. Nicht immer haben wir Goldschmiede nur „unseren“ Schmuck. Wir kaufen auch Schmuck dazu. Wir sind also auch so etwas wie ein Juwelier – sollte man aber nicht unbedingt sagen … Das könnte Goldschmied in den falschen Hals bekommen 😉

Ich selbst arbeite in meiner Werkstatt auch für Juweliere – das heißt, ich repariere im Auftrag den Schmuck der Kunden.

Dadurch, dass ich selber Schmuck anfertigen kann, kann ich meine Kunden natürlich auch anders beraten.
Oftmals passt ein Schmuckstück nicht 100%ig zum Träger. Aber wie heißt es so schön:

Was nicht passt, wird passend gemacht!

Und genau das liebe ich so sehr an meinem Beruf.

Etwas für mich sehr schönes ist es, wenn ich Paare in meiner Werkstatt habe, die einen Trauring-Kurs besuchen.

Laien lernen meinen Beruf kennen und schmieden ihr Glück gemeinsam!
Brigitta von Gruenberg - mit Lupenbrille

Brigitta von Gruenberg – mit Lupenbrille

Spätestens nach 10 Minuten sind die Augen riesengroß und die Überraschung, dass der Ring nicht einfach schon fertig poliert auf dem Werkbrett liegt ist groß.

Ich hoffe, ich konnte den Unterschied zwischen Goldschmied und Juwelier gut erklären. Wenn Fragen offen sind – einfach Fragen (per Kommentar, per Mail oder auch als Postkarte).
Wenn es andere Fragen zu meinem Beruf gibt – her damit! Ich beantworte sie sehr gerne.

 

Azubi gesucht … !

Azubi gesucht … !

Das Team der Goldschmiede soll sich um einen Azubi vergrößern.

Nachdem ich seit 6 Jahren selbständige Goldschmiedemeisterin bin, bin ich bereit für den nächsten Schritt – einen jungen oder junggebliebenen Menschen im Beruf des Goldschmiedes auszubilden.

Ich biete entweder die klassische Ausbildung im dualen System oder einen Platz für eine Anschlusslehre.
Wo ist da der Unterschied?

Bei der klassischen Ausbildung beginnt der Azubi im 1. Lehrjahr im Betrieb. Dazu kommt der Besuch der Berufsschule – in meinem Fall ist es die Berufsschule in Idar-Oberstein.
Der Berufschulunterricht finden im Blockunterricht statt.
Nach gut 1,5 Jahren Lehre steht die Zwischenprüfung vor der Handwerkskammer Kaiserslautern an.
Nach 3,5 Jahren endet die Ausbildung mit der Gesellenprüfung – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Lehrlinge mit Abitur können die Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkürzen, müssen sie aber nicht.

Die Anschlusslehre richtet sich an Absolventen der Berufsfachschule in Pforzheim.
Auf der Berufsfachschule (2 Jahre Theorie und Praxis im Schulunterricht) legen die Lehrlinge bereits die Zwischenprüfung ab. Der theoretische Teil der Abschlussprüfung ist gleichzeitig die theoretische Gesellenprüfung. Das heißt, der Lehrling fängt im 3. Lehrjahr im Betrieb an und muss nicht mehr zur Berufsschule.

 

Natürlich gibt es ein paar kleine Anforderungen an den Bewerber bzw. die Bewerberin …

Anforderungen an den Lehrling

  • männlich / weiblich … es muss passen
  • Begeisterung für Schmuck
  • Handwerkliches Geschick
  • Kreativität
  • Guter Hauptschulabschluss
  • Gute Deutschkenntnisse in Wort & Schrift
  • Sympathisches & gepflegtes Auftreten
  • Sorgfältige Arbeitsweise
  • Teamfähigkeit
  • Motivation

Angst vor oder eine Allergie gegen Hunde ist leider ein Problem, denn meine Sicherheitsbeauftragte (in Form eines  Dobermanns) ist immer mit in der Werkstatt. Sie wird bei der Auswahl des zukünftigen Lehrlings ihre Meinung kund tun. Bestechungsversuche sind zwecklos …

 

Wie läuft das Bewerbungsprozedere ab?

Ich freue mich über eine klassische schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf und Zeugnissen. Wenn jemand schon Schmuck hergestellt hat, dürfen auch Bilder bei gelegt werden.
Die Bewerbung wird bitte geschickt an:
Goldschmiede Brigitta von Grünberg
Hauptstr. 111
67125 Dannstadt-Schauernheim
Gerne darf die Bewerbung auch per eMail an info@goldschmiede-von-gruenberg.de geschickt werden.

Ich melde mich dann zeitnah auf die Bewerbung. Es folgt dann ein Bewerbungsgespräch und ein „Probearbeiten“.

Ich freue mich auf zahlreiche ernstgemeinte Bewerbungen.

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Einladung zum Hof-Adventsmarkt

Einladung zum Hof-Adventsmarkt

Die Vorweihnachtszeit beginnt …

Bei uns in Dannstadt beginnt die Vorweihnachtszeit traditionell – immerhin seit 7 Jahren – mit dem Hof-Adventsmarkt bei „Unverblümt – Blumen und mehr“.
Ein kleiner Blumenlasen auf der Hauptstraße 213 in 67125 Dannstadt-Schauernheim lädt zum Markt ein am

Samstag, den 19. November 10 – 19 Uhr
Sonntag, den 20. Novemver 11 – 16 Uhr

Wegen des Marktes ist die Goldschmiede am Samstag geschlossen – Ihr findet mich da in einem der Stände 😉

Es gibt dieses Jahr einiges zum gucken und einkaufen …
* Adventskränze & Weihnachtsdeko von Unverblümt
* Schmuck aus der Goldschmiede (also von mir 😉 )
* Handgenähtes von „Himmlisches & Herziges“
* Unikate aus Glas, Stoff & Polymer Clay von Junika
* Deko von Clair-Laudenbach
* leckere Produkte „von Heike“

Für das leibliche Wohl wird natürlich auch gesorgt:
* Dell’s Hofschlachtungen versorgen uns mit frischen Leckereien
* Flammkuchen
* Glühwein & Kinderpunsch

Warum ich das schreibe?

Weil ichvon Beginn an den Adventsmarkt mit organisiere – meistens in Form der Flyer und Plakate, aber auch bei den Anzeigen und beim Aussuchen der Aussteller stehe ich mit an vorderster Front.
Seit 7 Jahren gibt es den kleinen, feinen Adventsmarkt jetzt schon. Immer ein fester Termin im Termin-Kalender.
Das Datum ist auch einfach zu merken – es ist immer der letzte Wochenende vor dem ersten Advent.

Für mich ist das der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Auch wenn es mit sehr viel Arbeit verbunden ist – ich freue mich immer sehr auf den Markt.

Wir Aussteller freuen uns sehr, wenn wir Euch begrüßen dürfen!

 

Schmuck trifft Kunst …

Schmuck trifft Kunst …

Kunst und Schmuck … 2 Welten, die doch zusammen passen

Vor 2 Jahren habe ich die Goldschmiede auf der Hauptstraße in Dannstadt neu eröffnet. Mir war schnell klar, dass kahle Wände nicht schön sind und nur der Meisterbrief als Wandschmuck nicht ausreicht.

Von Anfang an habe ich meine Wände Künstlern aus der Umgebung zu Verfügung gestellt.
Die Vorteile liegen auf der Hand – ich habe Bilder an den Wänden und der Künstler stellt seine Bilder bzw. seine Kunst einen ganz anderen Publikum als sonst vor.

Über eine Businessgruppe für Frauen habe ich vor etwas mehr als einem Jahr Christine Keller kennengelernt. Schnell war klar, dass ich die Art ihrer Bilder mag. Was lag näher als einfach zu fragen, ob sie sich vorstellen könnte, in der Goldschmiede auszustellen.
Letzten Winter gab es bereits eine Ausstellung mit Christines Kunst – die dann über den Sommer durch Fotografien von Britta Schlier abgelöst wurden.

Für den Winter musste mehr Farbe her

So sehr ich Brittas Fotografien liebe, diese Fotografien waren für die Weihnachtszeit nicht das richtige – ich brauchte mehr Farbe, mehr Kraft und nicht so viel Ruhe. Da es Landschaftsfotografien waren, strahlen diese Bilder unweigerlich eine Ruhe und Entspannung aus. Unglaublich schön und stimmungsvoll laden sie zum Träumen ein… Ich habe selbst gemerkt, wie mich die Bilder öfter von der Arbeit „abgehalten“ haben, weil ich mich in ihnen verloren habe. Definitiv nicht das richtige für die anstehende Weihnachtszeit 😉

Also habe ich mich wieder mit Christine Keller abgesprochen, dass ich neue „Farbe“ an den Wänden brauche. Diesmal ist rot die dominierende Farbe. 4 recht große, sehr kraftvolle Bilder zieren seit einer Woche die Wände der Goldschmiede.

Schmuck trifft Kunst

Die Bilder treffen sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber das ist auch nicht schlimm. Wir sind nicht alle gleich, also gefällt uns auch nicht alles 😉
Ich jedenfalls freue mich jedes Mal, wenn ich die Bilder angucken kann. Sie geben mir Kraft und machen Mut.

Mehr Informationen zu der Künstlerin und ihrer Kunst gibt es hier.

 

 

Die Entstehung von Trauringen in einem etwas anderen Design

Die Entstehung von Trauringen in einem etwas anderen Design

Ein Paar Design-Trauringe entsteht …

Wenn Paare sich zu ihrer Hochzeit ein besonderes Design wünschen – zumindest was die Trau-Ringe angeht – sind sie bei mir genau richtig.
Ich liebe es, Trau-Ringe in einer anderen Art anzufertigen.

Diesmal hatten sich meine Kunden in meinem Online-Shop umgeguckt und sich in einen besonderen Ring verliebt – einen Treppenring aus Silber und Roségold.
Das ist definitv kein alltäglicher Ring 🙂

Aber ich liebe ja die Herausforderung

Das Pärchen ist extra aus Frankfurt zu mir in die Werkstatt gekommen, um sich beraten zu lassen. Immer wieder fiel der Blick auf den Treppenring, obwohl noch andere außergewöhnliche Ringe auf dem Tisch lagen…. Der Treppenring sollte es also sein.
Also ging es weiter zum Ringgrößen messen – ich muss ja wissen, was ich an Material brauche.

Nach ein paar Tagen hatte ich das Material beisammen und konnte loslegen …
Zuerst habe ich versucht, mit Strichen die Treppen anzuzeichen – mit mäßigem Erfolg 😉 Wenn es so nicht geht, geht es anders.

Einfach drauflos arbeiten.

Nach vielen, vielen Sägeschnitten konnte dann endlich die Feile genutzt werden. Mit viel Schweiß und auch einigen Blasen an meinen Fingern sind viele Treppen entstanden. Auch wenn die Stufen nicht genau so sind wie in dem Modell… Aber das macht ja das Individuelle aus.
Nach dem Feilen konnte das Roségold vorbereitet werden und aufgelötet werden. Das sieht immer etwas wüst aus – das wird aber noch schön 😉

Also, weiter im Ablauf … Löten, abbeizen (d.h. Oxide und Flußmittelreste entfernen), Überstände absägen und die Seiten abfeilen.
Die Oberflächen wurden natürlich auch noch geschmirgelt.

Puhhh – fast fertig…
Jetzt wurde noch die Innenkante gebrochen, damit die Ringe auch bequem am Finger sitzen. Gerade bei Trau-Ringen ist das ein Muss in meinen Augen!
Zum Schluss habe ich noch alles poliert und als besonderen Hingucker habe ich der Oberfläche ein schlagmattes FInish verpasst.

Zum Abholen und zu Anprobe kamen meine Kunden dann nochmal zu mir in die Goldschmiede… Wie immer war ich etwas aufgeregt – war gar nicht nötig. Das Paar war begeister!

So soll es sein 🙂

Hier kommt noch eine kleine Collage mit den Einzelschritten.

Treppen-Trau-Ringe entstehen

Ein Paar schmiedet sein Glück

Ein Paar schmiedet sein Glück

Das Glück selber schmieden …

Ein junges Paar hat mich Anfang des Jahres in meiner Werkstatt besucht um ihr Glück zu schmieden …
Gewünscht waren Trauringe aus Weißgold mit einer Schmiede-Struktur. Gesagt – getan =) Mit etwas Anleitung meinerseits sind in 5 sehr angenehmen Stunden – für mich waren sie sehr angenehm – ein wirklich tolles Paar Trauringe entstanden …

 

Ich glaube, das Brautpaar ist der gleichen Meinung …

Liebe Frau von Grünberg,
bis heute erinnern wir uns gerne an den lustigen, spannenden und sehr informativen Trauringkurs bei Ihnen zurück. Gleich zu Beginn haben Sie uns mit Ihrer großen Leidenschaft und Begeisterung für ihr Handwerk angesteckt und unsere anfängliche Skepsis, wie aus einem einfachen Goldstrang zwei solch einzigartige Ringe entstehen sollten, in Luft aufgelöst.
Nach einigen Stunden des Materialziehens, Walzens, Sägens und Polierens konnten wir dann langsam erahnen, was für ein herrlicher Schatz am Ende der getanen Arbeit auf uns warten würde. Ein Schatz, der unsere kühnsten Träume und Wünsche bei Weitem übertroffen hat. Noch heute können wir es kaum fassen, dass diese Ringe tatsächlich von uns selbst angefertigt wurden.
Vielen Dank, dass Sie uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen, wenn wir nicht mehr weiter wussten, und uns motivierten, wenn einmal etwas nicht auf Anhieb funktionierte, wie beispielsweise das Rundbiegen der Ringe.
Es war eine Erfahrung, die wir niemals vergessen werden und die wir jedem Brautpaar nur wärmstens empfehlen können. Vielen, vielen Dank dafür.

Ein kleiner Einblick in den Ablauf …

Es wurde der eckige Weißgolddraht gezogen, dass er ein Ovalprofil erhält. Dann wurden die Ringe gebogen – musste noch nicht rund sein und die Lotfuge wurde nochmal durchgesägt.

Walzen & Sägen

Nach dem Löten musste die Lotnaht natürlich gefeilt werden – innen und außen. Und auch noch ohne Macken zu hinterlassen … Gar nicht sooo einfach, wenn man es noch nie gemacht hat.
Die Ringe waren ja jetzt noch nicht richtig rund. Also haben wir es uns einfach gemacht und haben sie gerichtet und gleichzeitig auf die richtige Größe gebracht.
Anprobieren muss natürlich auch sein 😉

Feilen & anprobieren

Rund waren die Ringe jetzt, gepasst haben sie auch schon fast. Nur fast, weil es noch eine Schmiedestruktur geben sollte…
Also Hammer in die Hand und los ging es … Zum Glück habe ich an einem anderen Ring gezeigt, wie es geht – ich habe einen anderen Schlag drauf =)
Die Ringe haben also zarte Schläge mit dem Hammer bekommen – da war Liebe im Spiel 😉
Anschließend wurden die Ringe noch poliert und graviert.

Den Stein habe ich eingerieben 😉

Schmieden. polieren & gravieren

Aus „Alt“ wird „Neu“

Aus „Alt“ wird „Neu“

Wie aus viel „Alt“ zwei schöne „Neu“ wird …

Immer wieder kommt es vor, dass Kunden mit Ihrem alten Schmuck zu mir kommen und fragen, ob man damit noch was machen kann.
Ja – man kann =)

In diesem Fall wollte meine Kundin einen Ring und ein paar Ohrringe mit Peridot-Tropfen – passend zu einer Kette, die sie sich gekauft hat. Gesagt – getan!

Auf der Inhorgenta habe ich die passenden Peridot-Tropfen gekauft und dann konnte es losgehen.
Zuerst habe ich den Schmuck nach den Feingehalten sortiert – gebraucht wurde 585er Weißgold. Nach dem Sortieren habe ich den ganzen alten Schmuck eingeschmolzen und in eine Bleckform gegossen.
Danach ging es für die Ohrringe klassisch weiter – walzen, biegen, löten & polieren.

012Der Ring war etwas aufwendiger – zuerst wurde das Blech gewalzt, dann in Ringform gebogen und verlötet. Nach dem Rundrichten und dem „schick“ machen, ging es ans Schmieden.

Dazu wird der Ring auf dem sog. Ringstock gehalten und mit dem Hammer bearbeitet – immer mit viel Vorsicht.

030Der Hammer, der diesmal zum Einsatz kam, war an der Finne angeschliffen. Wenn der den Finger trifft, tut das nicht nur sehr weh, sondern verursacht auch sehr starke Verletzungen.

Durch die angeschliffene Finne bekommt der Ring eine sehr interessante Oberfläche mit vielen Kerben.

Nach dem schmieden wurde der Ring noch schnell auf die richtige Ringgröße gebracht und schon gind es mit der Fassung weiter. Diese wurde auf den Ring aufgelötet.

099Damit war der Ring auch fast fertig … aber nur fast.
Die Innenkanten des Rings waren noch scharfkantig – mir gefällt das nicht, bzw. ich finde das sehr unbequem zu tragen. Also werden diese gebrochen. Ich könnte dazu einen Schaber oder eine Feile nehmen – oder einen Zylinderfräser… Das Geräusch erinnert an Zahnarzt-Besuche 😉
Damit geht es aber schneller als mit der Feile … Nachteil ist allerdings, dass man das Metall dann auch im Gesicht hat.

 

Das Goldschmiedehandwerk hat nicht nur goldenen Boden.

 

146Weiter ging es dann mit dem schmirgeln der Innenseite. Erst wenn alle Macken entfernt sind und die Innenseite gleichmäßig ist, kann der Ring poliert werden.

Abschließend wurden die Peridots von einem Juwelenfasser fachgerecht gefasst.
Warum zum Fasser? Das ist ein eigenständiger Berufszweig. Ich selbst kann die ein oder andere Fassung auch fassen, aber es gibt immer wieder Herausforderungen. Eine Tropfenfassung und dazu noch ein Peridot, der schon kaputt geht, wenn man ihn böse anguckt (übertrieben gesehen) muss ich nicht fassen.
Das überlass ich lieber dem Fachmann.

Trauring Kurs mit Freunden

Trauring Kurs mit Freunden

Wenn Freunde zum Trauring Kurs kommen …

Es ist immer wieder schön, wenn Paare ihre Ringe selber schmieden möchten =) Und wenn es dann noch sehr gute Freunde sind, macht der Trauring Kurs noch mehr Spass…
Eine Rückmeldung gab es von den Beiden auch, was mich sehr gefreut hat und immer noch freut.

Liebe Brigitta,

Unser Trauring Kurs bei Dir war sehr schön, spannend und lustig. Als Du uns die beiden Goldstränge gezeigt hast und sagtest „dass werden Eure Ringe“, war ich doch erst etwas skeptisch – „sind die nicht eigentlich rund?“
Mein Mann war da etwas zuversichtlicher… Nach einigen Stunden Material ziehen, walzen und darauf herum hämmern sahen unsere Rohlinge wirklich schon mal nach Ringen aus. Und stolz waren wir da schon wie Oskar. Dann ging es weiter. Um es kurz zu machen, nach zwei Tagen und unzähligen gerissenen Sägeblättern waren unsere Ringe fertig. Sie sind genau so geworden, wie wir sie uns vorgestellt haben. Und was das Beste ist, wir haben sie wirklich selber gemacht.

Danke für Deine Anleitungen, dass Du uns immer gut zugeredet hast und mit einer Selbstverständlichkeit gesagt hast „das schafft ihr schon“. Nur in absoluten Notfällen hast Du eingegriffen und uns so wirklich ganz allein an unserem Glück schmieden lassen.

Es war eine tolle Erfahrung, ein spannender Einblick in Deine Arbeit und eine unvergessliche Zeit. Vielen Dank dafür.

Britta und Heiko

 

So, und jetzt möchte ich mal einen kleinen Einblick geben, wie ein Trauring Kurs bei mir in der Goldschmiede abläuft und was für einzelne Schritte notwendig sind, um am Ende tolle Ringe am Finger zu haben.

Alles fängt mit einen Stück Gold an – in diesem Fall war es ein viereckiger Weißgolddraht. Dieser wird gewalzt und entsprechend der Vorstellungen oval gezogen.
Anschließend werden die Ringe grob in Form gebogen.Trauring Kurs

Nach dem Biegen – dabei sollten die Enden so nah wie möglich aneinander stehen – wird diese Fuge nocheinmal durchgesägt. Dann passen die Enden exakt aufeinander und es kann gelötet werden.

Am einfachsten ist es, wenn das Lot in dieser Fuge steckt. Dann kann das Lot nirgendwo anders hinfließen, als an die gewünschte Stelle. Das Lot ist quasi der „Kleber“ für das Weißgold.
Da man immer etwas mehr Lot nimmt, als man eigentlich braucht, muss der Überschuss so sorgfältig wie möglich möglich verfeilt werden. Sonst hat der Ring nachher einen „Hubbel“ – das sieht sehr unschön aus.

Der Ring war ja nach dem Biegen und dem Löten noch nicht wirklich rund – das erledigen wir mit dem Ringriegel und vorerst mit einem Gummihammer. Ein Metallhammer würde Kerben im Gold hinterlassen – das ist in diesem Fall unerwünscht …

Trauring Kurs

Meistens ist der Ring nach dem Richten noch nicht ganz rund und oftmals stimmt die Größe noch nicht ganz. Also erledigen wir beide Probleme auf einmal. Mit dem „Schwanenhals“ (ich habe keine Ahnung, warum diese Maschine so heißt) wird der Ring in Form gedrückt. Dabei wird er auch etwas gestaucht, also kleiner gedrückt.

Damit sind die Trauringe auch schon fast fertig – aber nur fast …
Die Ringe sollten noch Zierrillen bekommen. Gesagt – getan. Aber bitte mit Vorsicht, die Sägeblätter sind sehr dünn und sägen auch gerne mal ins Fleisch.
Anschließend werden die Ringe innen und außen poliert und zu guter letzt bekommen sie eine schlagmatte Oberfläche. Der Handschuh ist dafür da, dass es nicht ganz so doll weh tut, wenn die Drähte der Schlagbürste mal nicht den Ring treffen 😉

Trauring Kurs

 

Und damit sind die Trauringe dann auch fertig … Die Steine hab ich noch eingefasst. Das Endergebnis kann sich sehen lassen. Ich war und bin mächtig stolz auf meine Freunde – das haben sie wirklich sehr gut gemacht.

Und direkt noch hinterher: Bei mir hat noch kein Paar den Trauring Kurs beendet und hatte unfertige oder unschöne Ringe 😉 Zur Not wird etwas länger gemacht…

Die tollen Bilder sind nicht von mir – die sind von meiner Freundin und Lieblingsfotografin Britta Schlier.