Trauringe selber schmieden

Trauringe selber schmieden

Trauringe selber schmieden … Ein junges Paar schmiedet sein GlĂŒck

Es war mal wieder soweit … zwei verliebte Menschen wollen ihre Trauringe selber schmieden.
Nichts leichter als das 😉 Vor allem, weil die beiden schon gut vorgearbeitet hatten und die Verlobungsringe bereits in einem Kurs selber geschmiedet haben. Sie wussten also genau, was sie wollten.

In knapp 6 Stunden sind tolle, klassische Trauringe aus 750er Gelbgold entstanden.

Hier kommt ein kleiner Einblick in den Ablauf

Zuerst habe ich das Ausgangsmaterial – in diesem Fall war es sog. Gussgold – geschmolzen. Da diese Arbeit nicht so einfach ist, wenn man es das erste Mal macht, und es leicht zu Fehlern kommen kann, habe ich das ĂŒbernommen.
Und wie das Leben so spielt – ich musste ein zweites Mal schmelzen.

Vom Ausgangsmaterial zu kleinen Stangen, die mit Ringen noch nicht viel gemeinsam haben bis hin zum GlĂŒhen

Mit einer Stange von gut 8 mm Durchmesser kann man jetzt nicht unbedingt etwas anfangen. Also musste erst mal gewalzt werden. Zuerst viereckig und dann flach – das haben wir zumindest fĂŒr den Damenring gemacht. FĂŒr den Herrenring habe ich das Material noch mal umgeschmolzen – das wollte nicht so wie wir… DafĂŒr mussten wir dann den Strang nur noch flach walzen. Das spart Kraft, die wir dann spĂ€ter am Werkbrett benötigen.

Die Ringe werden gebogen

Ok – jetzt hatten wir also einen breiten und einen schmalen Blechstreifen, aber noch keine Ringe. An die Zange, fertig, los – so ungefĂ€hr kann man sich das vorstellen… Die Blechstreifen wurden rund gebogen, die zulangen Enden abgesĂ€gt und schon waren die Ringe fast fertig. Naja, fast fertig… Die beiden Enden mussten exakt aufeinander gestellt werden. Zur Not muss man noch mal durchsĂ€gen.

Dann durfte gelötet werden. Das haben die beiden wirklich sehr gut gemeistert. Denn hier gibt es oft große Schwierigkeiten. Man muss auf so Vieles gleichzeitig gucken. Deswegen stehe ich auch dicht daneben und rufe „Fertig!“, wenn das Lot geflossen ist. Bisher ist alles gut gegangen …

 

Fast fertig und doch noch so viel Arbeit …

Die Ringe werden gelötet und anschließend gefeilt

Jetzt musste die Lotnaht versĂ€ubert werden, das heißt, das ĂŒberstehende Lot musste abgefeilt werden. Es durfte aber nicht zuviel weggefeilt werden, sonst wĂ€re der Ring an der Stelle dĂŒnner und das sĂ€he nicht schön aus.

So, jetzt haben wir also zwei gelötete und innen gefeilte Mehr-oder-Weniger-Ringe 😉 Die waren nicht wirklich rund. Das ist zu dem Zeitpunkt noch normal… Aber so kann das ja nicht bleiben. Also hieß es „Ran an den Hammer“. Mit Hilfe des Ringriegels und des Gummihammers wurden die Ringe rund gerichtet. Sobald die Ringe rund sind, kann man die GrĂ¶ĂŸe exakt messen. Beim Rund biegen ist das mehr eine grobe SchĂ€tzung.
Der Herrenring war perfekt – knapp zwei Nummern zu klein, aber das brauchen wir auch. Man muss bedenken, dass die Ringe ein Hammerschlag-Muster bekommen sollen. Dabei wird das Material gestreckt und die Ringe sind nachher zu groß. Das wollen wir ja auch nicht.
Der Damenring war allerdings nach dem ersten Löten ein paar Nummern zu groß. Es gibt Schlimmeres… Man sĂ€gt einfach ein passendes StĂŒck raus und lötet den Ring wieder zu. Gesagt – getan.

In der Zwischenzeit konnte beim Herrenring ein Streifen abgesĂ€gt werden. Der Blechstreifen ist beim Walzen mehr in die Breite gegangen als gewĂŒnscht. Das sind dann die Nettigkeiten des Metalls  😉
Das ist eine schier endlose Arbeit – zumindest kommt es einem so vor. Bevor die Motivation flöten gegangen wĂ€re, habe ich kurz Hand angelegt und das StĂŒck abgesĂ€gt.

Normalerweise werden die SeitenflĂ€chen der Ringe jetzt plan gefeilt und geschmirgelt. Das war bei diesem Paar aber nur bedingt gewĂŒnscht. Es wurden nur die FlĂ€chen plan gefeilt, und dann die Innen- und Außenkanten gebrochen. So gab es keine Kante an den Ringen, die beim Tragen stören wĂŒrde.
Innen und außen wurden die Ringe natĂŒrlich auch noch mal gefeilt und geschmirgelt. Die Schmiedestruktur, die danach gemacht werden muss, wird schöner, umso sorgfĂ€ltiger die Ringe vorbereitet sind.

 

Jetzt wird es laut …

Zur Sicherheit kommen Ohrstöpsel zum Einsatz. Diesmal war das Paar besser vorbereitet als ich … Sie haben ihren eigenen Gehörtschutz mitgebracht. Das war eine Premiere =) Die SchlĂ€ge von Metall auf Metall schreien in den Ohren – das kann wirklich wehtun. Von den SchĂ€den, die im Ohr passieren, will ich gar nicht anfangen. Ein Gehörschutz ist wirklich sinnvoll.

Nach mehreren Kursen habe ich natĂŒrlich auch etwas gelernt. Wenn ich zeige, wie man den Ringriegel, den Ring und den Hammer hĂ€lt und dann auch noch alles zusammen benutzt, ohne dass man sich auf die Finger haut, mache ich das jetzt nur noch an einem ProbestĂŒck… Jeder schlĂ€gt eben anders.
Der Damenring war relativ schnell fertig, beim Herrenring mussten wir drei Runden schmieden, damit die richtige GrĂ¶ĂŸe erreicht war. Aber das ist ja nichts Schlimmes – gibt höchstens blaue Flecken vom Ringriegel.
Sonstige Verletzung gab es keine =)Die Ringe werden geschmiedet

WĂ€hrend des Schmiedens mussten die Ringe immer wieder anprobiert werden. Sie sollen ja auch passen. Normalerweise ist es kein Problem, einen Ring ohne Stein grĂ¶ĂŸer zu dehnen oder kleiner zu stauchen, aber bei Ringen mit einer Lotnaht kann es gerade beim Dehnen immer wieder zum Reißen kommen. Das ist einfach nur Ă€rgerlich und sehr nervig. Dann schmieden wir den Ring doch lieber etwas mehr.

Auf dem Ringriegel sind immer ein paar Macken – die drĂŒcken sich natĂŒrlich beim Schmieden in das weichere Gold. Deswegen wurden die InnenflĂ€chen noch mal geschmirgelt, damit alles glatt und gut vorbereitet fĂŒr das Polieren ist.
Die Außenkanten haben sich durch die HammerschlĂ€ge natĂŒrlich auch etwas verformt. Das ist allerdings gewĂŒnscht gewesen und sollte auch so bleiben.

 

Es muss erst dreckig werden, um dann zu glĂ€nzen …

Das VorpolierenDer letzte Schritt … Das Polieren.
Auch hier muss wieder ein Schritt nach dem Anderen erfolgen. Wir polieren also nicht direkt, sondern „trippeln“ die Ringe erst. Dazu nutzen wir eine sehr feine, fettige Schleifpaste, mit der die letzten Schmirgelspuren beseitigt werden.

Allerdings machen wir das bei diesen Ringen nur innen. Das Trippeln trĂ€gt etwas Material ab – das kommt beim Hammerschlag nicht so gut. Die Erhebungen sind danach quasi weg … Das wollen wir nun wirklich nicht.
Nach einem Tauchgang im warmen Ultraschallbad sind die Reste der Trippel-Paste weg und es kann zum Polieren gehen.

Zuerst werden die Ringe innen poliert. Dazu nutzen wir eine Holzzange um die Ringe zu halten. Eins der Dinge, die ich von Physik verstehe, ist die Tatsache, dass Reibung WĂ€rme erzeugt. Die Ringe werden so richtig warm … man könnte auch heiß sagen 😉 Ich kann viel WĂ€rme an den Fingern ertragen, aber das ist selbst mir zu doll.
Die AußenflĂ€che und die Kanten werden dann mit dem Leinenrad und Polierpaste poliert. Auch da nutzen wir einen kleinen Die Ringe werden poliertHitzeschutz in Form von Lederfingerlingen.

Die Poliermaschine ist mit Vorsicht zu genießen. Sie ist manchmal etwas zickig und zieht die Polierpaste oder die Ringe einfach so ein. WĂ€hrend des ErklĂ€rens und Polierens komme ich mir manchmal vor wie eine Schallplatte mit Sprung: „Gut festhalten!“ ist mein meist gesagter Satz in der Zeit.
Leider kommt es doch ab und an vor, dass die Maschine ihren Willen durchsetzt. Diesmal hat sie die Trippelpaste geklaut und die Kursteilnehmerin hat sich den Finger etwas angeschlagen – tat nur weh, sonst ist wohl nichts passiert.
Den Herrenring habe ich dann fertig poliert.

Auch nach dem Polieren durften die Ringe noch mal im Ultraschall tauchen gehen.

Und damit waren die Ringe jetzt auch ganz fertig! Nur noch wiegen und zum Fotoshooting 😉
Und dann ab ins Trauring-Etui.

 

Ein AnhÀnger mit Granulation entsteht

Ein AnhÀnger mit Granulation entsteht

Manchmal findet der Goldschmied bei einem Messebesuch einen Edelstein und sieht vor dem geistigen Auge bereits das fertige SchmuckstĂŒck. Genau das ist mir beim Besuch der Intergem im Oktober 2017 passiert. Quasi im Vorbeilaufen habe ich aus dem Augenwinkel bei meinem Lieblings-OpalhĂ€ndler einen eigentlich eher unscheinbaren Opal gesehen. Aber genau der passte zu meiner Idee eines neuen AnhĂ€nger mit Granulation.
Da blieb mir ja nichts anderes ĂŒbrig, als den Opal mitzunehmen.

Ideenfindung fĂŒr den AnhĂ€nger

Ideenfindung fĂŒr den AnhĂ€nger

In der Werkstatt habe ich seit langem mal wieder eine grobe Skizze fĂŒr den AnhĂ€nger angefertigt. Ich habe mir ein kleines BĂŒchlein angefertigt, in das ich alles wichtige zu einem neuen StĂŒck notieren kann. Ich hatte bei Business-Zeug einen Projektplaner gesehen – der war aber immer noch nicht das, was ich brauche. Also hab ich mir den selbst angefertigt und drucken lassen.

In diesem BĂŒchlein habe ich die Möglichkeit, eine Skizze anzufertigen, aber auch die Materialzurichtungen, die HĂ€ndler (wichtig bei Edelsteinen), die Arbeitszeit etc. zu notieren.

So – die grobe Skizze steht also fest … Es kann weiter gehen.

Die Vorbereitungen laufen

Die Vorbereitungen laufen

Die Fassung fĂŒr den Opal wird schnell aus einem Blechstreifen gebogen, die brauche ich noch bevor ich mit dem Granulieren anfangen kann. Ich kann sie dann als Platzhalter nutzen und lege die KĂŒgelchen nicht zu nah an den Stein. Das Blech ist auch schon aufgetieft, das heißt gewölbt. Eine gewölbte OberflĂ€che sieht immer spannend aus bei Granulation – finde ich 😉
Daneben steht noch ein StĂŒck frisch geschmolzenes StĂŒck Gold. Daraus wird der Kader – quasi der Rand fĂŒr den AnhĂ€nger – angefertigt. Das aber erst spĂ€ter.

Es ist alles vorbereitet … Es kann an die Granulation gehen!

Ganz leicht habe ich die GrĂ¶ĂŸe des spĂ€teren AnhĂ€ngers angezeichnet – ich muss ja wissen, wo ich granulieren kann. Damit dir keine KĂŒgelchen verloren gehen, habe ich eine Papierunterlage unter dem Gitter mit dem Blech.

Die KĂŒgelchen haben einen Durchmesser von nur 0,47 mm. Das ist wirklich klein!

Mit ruhiger Hand, einem dĂŒnnen Pinsel und etwas verdĂŒnntem Flußmittel beginne ich nun die KĂŒgelchen auf das Blech zu legen. Ich habe mit

vorgenommen, dass die Granulation dem Opal nachempfunden wird. Dieser muss also immer in der NĂ€he liegen.
Ein freien Muster ist nicht so aufwendig und benötigt nicht so viel Konzentration wie ein geometrisches Muster. Bei geometrischen Mustern mĂŒssen die KĂŒgelchen exakt liegen – jeder Fehler fĂ€llt sofort auf.

Granulation: Ein Muster aus KĂŒgelchen entsteht

Granulation: Ein Muster aus KĂŒgelchen entsteht

Nach dem Trocknen des Flußmittels kann ich anfangen zu granulieren. Das Trocknen ist ein wichtiger Schritt – meist bilden sich beim Erhitzen Blasen im Flußmittel. Das wĂŒrde dazu fĂŒhren, dass sich die KĂŒgelchen vom Blech abheben und im schlimmsten Falle nicht mehr am richtigen Platz liegen.
Also lass ich das Blech gemĂŒtlich trocknen. In der Zeit kann ich schon mal eine neue Gasflasche mit einem anderen LöthandstĂŒck holen und anschließen.

Ich nutze bei der Granulation ein sogenanntes Mundlötrohr: Dabei fĂŒhre ich dem Propangas den Sauerstoff durch meine Atemluft hinzu. Das ist nichts fĂŒr schwache Lungen 😉 Ich muss ja gestehen, jeden Tag möchte ich damit nicht arbeiten und ziehe auch meinen Hut vor den Kollegen, die das tagtĂ€glich machen.

So, das Flussmittel ist getrocknet, die KĂŒgelchen liegen alle noch an ihrem Platz und das Blech ist auf dem Gitter in der Lotkreuzpinzette eingeklemmt.

Feuer frei!

Feuer frei: Das eigentliche Granulieren beginnt

Feuer frei: Das eigentliche Granulieren beginnt

Langsam mit einer ganz weichen Flamme fast ohne Sauerstoff erwĂ€rme ich das Blech – so verhindere ich, das die KĂŒgelchen doch noch verrutschen. Sollen sie sich doch bewegen, kann ich noch einschreiten.
Jetzt kommt der fĂŒr mich anstrengende Teil der Granualtion: Ich puste und puste und puste … und schnappe zwischendurch nach Luft 😉

Das Wichtigste jetzt ist, dass ich die Farbe des Goldes genau beobachte. Normalerweise löte ich mit Licht, das stört nicht. Beim Granulieren habe ich aber kaum Licht an, außer das Tageslicht, das durchs Fenster fĂ€llt. So kann ich die Farbe besser erkennen. Es kommt jetzt quasi auf jedes Grad an.

Detailaufnahme der verschweißten KĂŒgelchen

Detailaufnahme der verschweißten KĂŒgelchen

Wenn ich der Meinung bin, dass das TrĂ€gerblech heiß genug ist, muss ich schnell mit der Flamme umschlagen – das heißt, ich muss jetzt vorsichtig alles von oben erhitzen. In dem Moment schmilzt die OberflĂ€che der Kugeln und des Blechs. Aber eben nur die OberflĂ€che. Und genau das brauche ich… Genau jetzt verschweißen sich die KĂŒgelchen mit den Nachbarkugeln und dem TrĂ€gerblech.

Jetzt darf alles langsam abkĂŒhlen.
SpĂ€testens nach dem Abbeizen (dem Entfernen der Oxide) erkennt man, ob das Granulieren geklappt hat. Im Zweifelsfall findet man die KĂŒgelchen in der Beize. Das kann passieren … Sehr Ă€rgerlich! Aber dann Ă€rgert man sich – nicht lĂ€nger als 5 Minuten – und legt die KĂŒgelchen noch mal nach und fĂ€ngt von vorne an.

Das ist diesmal aber nicht passiert – es hat alles bestens geklappt. Das Blech ist noch ein Blech und die Kugeln sind Kugeln… So soll es sein.

Nun kommt eigentlich nur der Zusammenbau:

Der Kader – also der Rahmen unter dem AnhĂ€nger – wird aus einem Blechstreifen gebogen und verlötet. Da das TrĂ€gerblech ja etwas aufgetieft ist, muss ich den Kader noch anpassen.

Der Unterbau ist angelötet

Der Unterbau ist angelötet

Danach kann er unter das Blech gelötet werden. Dabei muss ich natĂŒrlich auf die KĂŒgelchen achten. Die sind zwar verschweißt, aber die Auflage einer 0,47mm großen Kugel ist nicht die GrĂ¶ĂŸte … Das bedeutet, wenn ich zu feste an den KĂŒgelchen reiße, reiße ich sie vom Blech runter.

Das Löten hat auch gut geklappt. Nachdem alles abgebeizt ist, werden die ÜberstĂ€nde noch abgesĂ€gt und verfeilt. Dann wird die Fassung fĂŒr den Opal aufgelötet…

Der AnhÀnger ist fast fertig

Der AnhÀnger ist fast fertig

Nachdem das auch geschehen ist, werden noch die beiden Löcher fĂŒr die Kette angezeichnet und gebohrt.
Was muss jetzt noch gemacht werden? Nicht mehr viel – es muss noch etwas geschmirgelt und poliert werden. Dann kann der Opal vorsichtig gefasst werden. Vorsichtig? Ja, ein Opal mag das gar nicht, wenn er Spannung oder einen Schlag mit dem Punzen abbekommt.

Und das wars … Fertig ist der AnhĂ€nger =)

Der fertige AnhÀnger

Der fertige AnhÀnger

 

 

Ausstellung WERTE 2017 – WerkstĂ€tten traditioneller Handwerkskunst

Ausstellung WERTE 2017 – WerkstĂ€tten traditioneller Handwerkskunst

Wir laden Sie herzlich zur Ausstellung WERTE 2017 – WerkstĂ€tten traditioneller Handwerkskunst ein.

Samstag, 25.03. und Sonntag, 26.03.
in der Sayner HĂŒtte in Bendorf

 

Wo frĂŒher die Hochöfen glĂŒhten, gebe ich zusammen mit anderen renommierten Handwerksunternehmen und preisgekrönten Restauratoren besondere Einblicke in meine Arbeit. Die frisch sanierte Gießhalle ist erst seit kurzem fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich und bildet einen imposanten Rahmen fĂŒr die PrĂ€sentation von Handwerksthemen und kulinarischen GenĂŒssen. Flanieren Sie mit einem GlĂ€schen Wein in der Hand, den Duft von französischen Backwaren in der Nase und informieren Sie sich dabei ĂŒber Wissenswertes rund um Restaurierung und Handwerkskunst.

Die Ausstellung ist am Samstag von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. ZusĂ€tzlich werden an beiden Tagen jeweils um 14.00 Uhr und 16.00 Uhr FĂŒhrungen von Barbara Friedhofen (Leiterin des Rheinischen Eisenkunst-Museums) durch das historische HĂŒtten-Ensemble angeboten. Der Eintritt ist frei.

NĂ€here Informationen zu den ausstellenden Unternehmen erhalten Sie hier auf der Homepage der WERTE

Der Veranstaltungsort ist zwar neu, nicht jedoch die Veranstaltungsreihe WERTE, die bereits 2013 und 2015 im Koblenzer KurfĂŒrstlichen Schloss zu Gast war und zahlreiche Besucherinnen und Besucher anlockte. Interessierte können beispielsweise beim Polstern zusehen, Wissenswertes zum Umgang mit AntiquitĂ€ten erfahren oder umgearbeitete Pelz-und Lederbekleidung bewundern. Ebenso werden Restauratoren im Goldschmiedehandwerk den aufwĂ€ndigen Entstehungsprozess ihrer SchmuckstĂŒcke zeigen. Wer selbst ein ErbstĂŒck zuhause hat und dazu professionellen Rat sucht, ist bei der WERTE 2017 ebenso gut aufgehoben. Alle Aussteller/innen sind Experten auf ihrem Gebiet und können fachkundig ĂŒber Wert und Maßnahmen zum Erhalt Auskunft geben.

Ich freue mich, wenn Sie die einmalige Gelegenheit, uns ĂŒber die Schulter zu schauen, nutzen.

 

Informationen zur Ausstellung WERTE 2017 in der Sayner HĂŒtte in Bendorf

Unterschied zwischen Juwelier und Goldschmied?

Unterschied zwischen Juwelier und Goldschmied?

Juwelier & Goldschmied … 2 verschiedene Welten

Brigitta von Gruenberg - mit Fliege und Manschettenknoepfen

Brigitta von Gruenberg – mit Fliege und Manschettenknoepfen

Ich habe vor kurzem auf meiner Facebook-Seite gefragt, welche Fragen es in Bezug auf den Beruf des Goldschmieds bzw. auf die Arbeit des Goldschmieds gibt.
Eine der Fragen war, wo genau der Unterschied zwischen einem Juwelier und einem Goldschmied liegt.

Die Frage lĂ€sst sich leicht beantworten …

Handwerk trifft auf VerkÀufer

Ok – das ist vielleicht etwas sehr wenig als Antwort. Ich versuche im Folgenden die Unterschiede aufzuzeigen. Bitte nicht vergessen, dass ich voreingenommen bin 😉

Der Juwelier

Brigitta von Gruenberg - mit Dobermann

Brigitta von Gruenberg – mit Sicherheitsbeauftragten

Der Juwelier ist der Besitzer bzw. Inhaber eines SchmuckgeschÀftes. Es ist ein klassischer Ausbildungsberuf, wobei es zwei Arten der Ausbildung gibt.
Es gibt die 2-jĂ€hrige Ausbildung zum FachverkĂ€ufer/in fĂŒr Schmuck, Uhren, Gold- und Silberwaren und es gibt die 3-jĂ€hrige Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, bzw. zur Einzelhandelskauffrau fĂŒr Schmuck, Uhren und Silberwaren.

Nach der Ausbildung kann man nur eins – Verkaufen. Manchmal lernen die Azubis auch das Perlenketten knoten … das kommt ein bißchen auf den Ausbildungsbetrieb an.
NatĂŒrlich gibt es auch Goldschmiede, die Einzelhandelskaufmenschen ausbilden – die können dann vielleicht noch Karabiner oder Federringe wechseln.
Ab und an haben JuweliergeschĂ€fte auch angestellte Goldschmiede oder Uhrmacher dabei, die sind dann fĂŒr die Reparaturen verantwortlich.
Wenn es das nicht gibt, wird alles an Reparaturen, Umarbeitungen und ggf. auch Neuanfertigungen außer Haus gegeben.

Bei den großen Juwelierketten wird z.B auch vorgeschrieben, was die Angestellten an Kleidung tragen dĂŒrfen und was nicht. Oft ist es eine Kombination aus Schwarz-Weiß (können Nari und ich auch …)

Kommen wir nun in meine Welt … der Goldschmied

Arbeit am Poliermotor

Arbeit am Poliermotor

Der Goldschmied lernt das Handwerk 3,5 Jahre lang … eine harte, schlecht bezahlte Zeit, die aber viel Spass macht und man meistens dreckige HĂ€nde hat! Wenn man es möchte jedenfalls.

Der Goldschmied
* fertigt neuen Schmuck an – nach seinen EntwĂŒrfen oder auch nach den WĂŒnschen der Kunden.
* arbeitet Schmuck um – das heißt, Schmuck, der nicht mehr gefĂ€llt wird in ein neues Gewand gekleidet
* repariert Schmuck – meistens gerissene Ketten löten oder Ringe vergrĂ¶ĂŸern / verkleinern
* kann Perlenketten knoten

Brigitta von Gruenberg - am Werkbrett

Brigitta von Gruenberg – am Werkbrett

Aber der Goldschmied kann auch Schmuck verkaufen. Nicht immer haben wir Goldschmiede nur „unseren“ Schmuck. Wir kaufen auch Schmuck dazu. Wir sind also auch so etwas wie ein Juwelier – sollte man aber nicht unbedingt sagen … Das könnte Goldschmied in den falschen Hals bekommen 😉

Ich selbst arbeite in meiner Werkstatt auch fĂŒr Juweliere – das heißt, ich repariere im Auftrag den Schmuck der Kunden.

Dadurch, dass ich selber Schmuck anfertigen kann, kann ich meine Kunden natĂŒrlich auch anders beraten.
Oftmals passt ein SchmuckstĂŒck nicht 100%ig zum TrĂ€ger. Aber wie heißt es so schön:

Was nicht passt, wird passend gemacht!

Und genau das liebe ich so sehr an meinem Beruf.

Etwas fĂŒr mich sehr schönes ist es, wenn ich Paare in meiner Werkstatt habe, die einen Trauring-Kurs besuchen.

Laien lernen meinen Beruf kennen und schmieden ihr GlĂŒck gemeinsam!

Brigitta von Gruenberg - mit Lupenbrille

Brigitta von Gruenberg – mit Lupenbrille

SpĂ€testens nach 10 Minuten sind die Augen riesengroß und die Überraschung, dass der Ring nicht einfach schon fertig poliert auf dem Werkbrett liegt ist groß.

Ich hoffe, ich konnte den Unterschied zwischen Goldschmied und Juwelier gut erklĂ€ren. Wenn Fragen offen sind – einfach Fragen (per Kommentar, per Mail oder auch als Postkarte).
Wenn es andere Fragen zu meinem Beruf gibt – her damit! Ich beantworte sie sehr gerne.

 

Azubi gesucht … !

Azubi gesucht … !

Das Team der Goldschmiede soll sich um einen Azubi vergrĂ¶ĂŸern.

Nachdem ich seit 6 Jahren selbstĂ€ndige Goldschmiedemeisterin bin, bin ich bereit fĂŒr den nĂ€chsten Schritt – einen jungen oder junggebliebenen Menschen im Beruf des Goldschmiedes auszubilden.

Ich biete entweder die klassische Ausbildung im dualen System oder einen Platz fĂŒr eine Anschlusslehre.
Wo ist da der Unterschied?

Bei der klassischen Ausbildung beginnt der Azubi im 1. Lehrjahr im Betrieb. Dazu kommt der Besuch der Berufsschule – in meinem Fall ist es die Berufsschule in Idar-Oberstein.
Der Berufschulunterricht finden im Blockunterricht statt.
Nach gut 1,5 Jahren Lehre steht die ZwischenprĂŒfung vor der Handwerkskammer Kaiserslautern an.
Nach 3,5 Jahren endet die Ausbildung mit der GesellenprĂŒfung – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Lehrlinge mit Abitur können die Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkĂŒrzen, mĂŒssen sie aber nicht.

Die Anschlusslehre richtet sich an Absolventen der Berufsfachschule in Pforzheim.
Auf der Berufsfachschule (2 Jahre Theorie und Praxis im Schulunterricht) legen die Lehrlinge bereits die ZwischenprĂŒfung ab. Der theoretische Teil der AbschlussprĂŒfung ist gleichzeitig die theoretische GesellenprĂŒfung. Das heißt, der Lehrling fĂ€ngt im 3. Lehrjahr im Betrieb an und muss nicht mehr zur Berufsschule.

 

NatĂŒrlich gibt es ein paar kleine Anforderungen an den Bewerber bzw. die Bewerberin …

Anforderungen an den Lehrling

  • mĂ€nnlich / weiblich … es muss passen
  • Begeisterung fĂŒr Schmuck
  • Handwerkliches Geschick
  • KreativitĂ€t
  • Guter Hauptschulabschluss
  • Gute Deutschkenntnisse in Wort & Schrift
  • Sympathisches & gepflegtes Auftreten
  • SorgfĂ€ltige Arbeitsweise
  • TeamfĂ€higkeit
  • Motivation

Angst vor oder eine Allergie gegen Hunde ist leider ein Problem, denn meine Sicherheitsbeauftragte (in Form eines  Dobermanns) ist immer mit in der Werkstatt. Sie wird bei der Auswahl des zukĂŒnftigen Lehrlings ihre Meinung kund tun. Bestechungsversuche sind zwecklos …

 

Wie lÀuft das Bewerbungsprozedere ab?

Ich freue mich ĂŒber eine klassische schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf und Zeugnissen. Wenn jemand schon Schmuck hergestellt hat, dĂŒrfen auch Bilder bei gelegt werden.
Die Bewerbung wird bitte geschickt an:
Goldschmiede Brigitta von GrĂŒnberg
Hauptstr. 111
67125 Dannstadt-Schauernheim
Gerne darf die Bewerbung auch per eMail an info@goldschmiede-von-gruenberg.de geschickt werden.

Ich melde mich dann zeitnah auf die Bewerbung. Es folgt dann ein BewerbungsgesprĂ€ch und ein „Probearbeiten“.

Ich freue mich auf zahlreiche ernstgemeinte Bewerbungen.

Merken

Schmuck trifft Kunst …

Schmuck trifft Kunst …

Kunst und Schmuck … 2 Welten, die doch zusammen passen

Vor 2 Jahren habe ich die Goldschmiede auf der Hauptstraße in Dannstadt neu eröffnet. Mir war schnell klar, dass kahle WĂ€nde nicht schön sind und nur der Meisterbrief als Wandschmuck nicht ausreicht.

Von Anfang an habe ich meine WĂ€nde KĂŒnstlern aus der Umgebung zu VerfĂŒgung gestellt.
Die Vorteile liegen auf der Hand – ich habe Bilder an den WĂ€nden und der KĂŒnstler stellt seine Bilder bzw. seine Kunst einen ganz anderen Publikum als sonst vor.

Über eine Businessgruppe fĂŒr Frauen habe ich vor etwas mehr als einem Jahr Christine Keller kennengelernt. Schnell war klar, dass ich die Art ihrer Bilder mag. Was lag nĂ€her als einfach zu fragen, ob sie sich vorstellen könnte, in der Goldschmiede auszustellen.
Letzten Winter gab es bereits eine Ausstellung mit Christines Kunst – die dann ĂŒber den Sommer durch Fotografien von Britta Schlier abgelöst wurden.

FĂŒr den Winter musste mehr Farbe her

So sehr ich Brittas Fotografien liebe, diese Fotografien waren fĂŒr die Weihnachtszeit nicht das richtige – ich brauchte mehr Farbe, mehr Kraft und nicht so viel Ruhe. Da es Landschaftsfotografien waren, strahlen diese Bilder unweigerlich eine Ruhe und Entspannung aus. Unglaublich schön und stimmungsvoll laden sie zum TrĂ€umen ein… Ich habe selbst gemerkt, wie mich die Bilder öfter von der Arbeit „abgehalten“ haben, weil ich mich in ihnen verloren habe. Definitiv nicht das richtige fĂŒr die anstehende Weihnachtszeit 😉

Also habe ich mich wieder mit Christine Keller abgesprochen, dass ich neue „Farbe“ an den WĂ€nden brauche. Diesmal ist rot die dominierende Farbe. 4 recht große, sehr kraftvolle Bilder zieren seit einer Woche die WĂ€nde der Goldschmiede.

Schmuck trifft Kunst

Die Bilder treffen sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber das ist auch nicht schlimm. Wir sind nicht alle gleich, also gefĂ€llt uns auch nicht alles 😉
Ich jedenfalls freue mich jedes Mal, wenn ich die Bilder angucken kann. Sie geben mir Kraft und machen Mut.

Mehr Informationen zu der KĂŒnstlerin und ihrer Kunst gibt es hier.

 

 

Die Entstehung von Trauringen in einem etwas anderen Design

Die Entstehung von Trauringen in einem etwas anderen Design

Ein Paar Design-Trauringe entsteht …

Wenn Paare sich zu ihrer Hochzeit ein besonderes Design wĂŒnschen – zumindest was die Trau-Ringe angeht – sind sie bei mir genau richtig.
Ich liebe es, Trau-Ringe in einer anderen Art anzufertigen.

Diesmal hatten sich meine Kunden in meinem Online-Shop umgeguckt und sich in einen besonderen Ring verliebt – einen Treppenring aus Silber und RosĂ©gold.
Das ist definitv kein alltĂ€glicher Ring 🙂

Aber ich liebe ja die Herausforderung

Das PĂ€rchen ist extra aus Frankfurt zu mir in die Werkstatt gekommen, um sich beraten zu lassen. Immer wieder fiel der Blick auf den Treppenring, obwohl noch andere außergewöhnliche Ringe auf dem Tisch lagen…. Der Treppenring sollte es also sein.
Also ging es weiter zum RinggrĂ¶ĂŸen messen – ich muss ja wissen, was ich an Material brauche.

Nach ein paar Tagen hatte ich das Material beisammen und konnte loslegen …
Zuerst habe ich versucht, mit Strichen die Treppen anzuzeichen – mit mĂ€ĂŸigem Erfolg 😉 Wenn es so nicht geht, geht es anders.

Einfach drauflos arbeiten.

Nach vielen, vielen SĂ€geschnitten konnte dann endlich die Feile genutzt werden. Mit viel Schweiß und auch einigen Blasen an meinen Fingern sind viele Treppen entstanden. Auch wenn die Stufen nicht genau so sind wie in dem Modell… Aber das macht ja das Individuelle aus.
Nach dem Feilen konnte das RosĂ©gold vorbereitet werden und aufgelötet werden. Das sieht immer etwas wĂŒst aus – das wird aber noch schön 😉

Also, weiter im Ablauf … Löten, abbeizen (d.h. Oxide und Flußmittelreste entfernen), ÜberstĂ€nde absĂ€gen und die Seiten abfeilen.
Die OberflĂ€chen wurden natĂŒrlich auch noch geschmirgelt.

Puhhh – fast fertig…
Jetzt wurde noch die Innenkante gebrochen, damit die Ringe auch bequem am Finger sitzen. Gerade bei Trau-Ringen ist das ein Muss in meinen Augen!
Zum Schluss habe ich noch alles poliert und als besonderen Hingucker habe ich der OberflÀche ein schlagmattes FInish verpasst.

Zum Abholen und zu Anprobe kamen meine Kunden dann nochmal zu mir in die Goldschmiede… Wie immer war ich etwas aufgeregt – war gar nicht nötig. Das Paar war begeister!

So soll es sein 🙂

Hier kommt noch eine kleine Collage mit den Einzelschritten.

Treppen-Trau-Ringe entstehen

Ein Paar schmiedet sein GlĂŒck

Ein Paar schmiedet sein GlĂŒck

Das GlĂŒck selber schmieden …

Ein junges Paar hat mich Anfang des Jahres in meiner Werkstatt besucht um ihr GlĂŒck zu schmieden …
GewĂŒnscht waren Trauringe aus Weißgold mit einer Schmiede-Struktur. Gesagt – getan =) Mit etwas Anleitung meinerseits sind in 5 sehr angenehmen Stunden – fĂŒr mich waren sie sehr angenehm – ein wirklich tolles Paar Trauringe entstanden …

 

Ich glaube, das Brautpaar ist der gleichen Meinung …

Liebe Frau von GrĂŒnberg,
bis heute erinnern wir uns gerne an den lustigen, spannenden und sehr informativen Trauringkurs bei Ihnen zurĂŒck. Gleich zu Beginn haben Sie uns mit Ihrer großen Leidenschaft und Begeisterung fĂŒr ihr Handwerk angesteckt und unsere anfĂ€ngliche Skepsis, wie aus einem einfachen Goldstrang zwei solch einzigartige Ringe entstehen sollten, in Luft aufgelöst.
Nach einigen Stunden des Materialziehens, Walzens, SĂ€gens und Polierens konnten wir dann langsam erahnen, was fĂŒr ein herrlicher Schatz am Ende der getanen Arbeit auf uns warten wĂŒrde. Ein Schatz, der unsere kĂŒhnsten TrĂ€ume und WĂŒnsche bei Weitem ĂŒbertroffen hat. Noch heute können wir es kaum fassen, dass diese Ringe tatsĂ€chlich von uns selbst angefertigt wurden.
Vielen Dank, dass Sie uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen, wenn wir nicht mehr weiter wussten, und uns motivierten, wenn einmal etwas nicht auf Anhieb funktionierte, wie beispielsweise das Rundbiegen der Ringe.
Es war eine Erfahrung, die wir niemals vergessen werden und die wir jedem Brautpaar nur wĂ€rmstens empfehlen können. Vielen, vielen Dank dafĂŒr.

Ein kleiner Einblick in den Ablauf …

Es wurde der eckige Weißgolddraht gezogen, dass er ein Ovalprofil erhĂ€lt. Dann wurden die Ringe gebogen – musste noch nicht rund sein und die Lotfuge wurde nochmal durchgesĂ€gt.

Walzen & SĂ€gen

Nach dem Löten musste die Lotnaht natĂŒrlich gefeilt werden – innen und außen. Und auch noch ohne Macken zu hinterlassen … Gar nicht sooo einfach, wenn man es noch nie gemacht hat.
Die Ringe waren ja jetzt noch nicht richtig rund. Also haben wir es uns einfach gemacht und haben sie gerichtet und gleichzeitig auf die richtige GrĂ¶ĂŸe gebracht.
Anprobieren muss natĂŒrlich auch sein 😉

Feilen & anprobieren

Rund waren die Ringe jetzt, gepasst haben sie auch schon fast. Nur fast, weil es noch eine Schmiedestruktur geben sollte…
Also Hammer in die Hand und los ging es … Zum GlĂŒck habe ich an einem anderen Ring gezeigt, wie es geht – ich habe einen anderen Schlag drauf =)
Die Ringe haben also zarte SchlĂ€ge mit dem Hammer bekommen – da war Liebe im Spiel 😉
Anschließend wurden die Ringe noch poliert und graviert.

Den Stein habe ich eingerieben 😉

Schmieden. polieren & gravieren

Aus „Alt“ wird „Neu“

Aus „Alt“ wird „Neu“

Wie aus viel „Alt“ zwei schöne „Neu“ wird …

Immer wieder kommt es vor, dass Kunden mit Ihrem alten Schmuck zu mir kommen und fragen, ob man damit noch was machen kann.
Ja – man kann =)

In diesem Fall wollte meine Kundin einen Ring und ein paar Ohrringe mit Peridot-Tropfen – passend zu einer Kette, die sie sich gekauft hat. Gesagt – getan!

Auf der Inhorgenta habe ich die passenden Peridot-Tropfen gekauft und dann konnte es losgehen.
Zuerst habe ich den Schmuck nach den Feingehalten sortiert – gebraucht wurde 585er Weißgold. Nach dem Sortieren habe ich den ganzen alten Schmuck eingeschmolzen und in eine Bleckform gegossen.
Danach ging es fĂŒr die Ohrringe klassisch weiter – walzen, biegen, löten & polieren.

012Der Ring war etwas aufwendiger – zuerst wurde das Blech gewalzt, dann in Ringform gebogen und verlötet. Nach dem Rundrichten und dem „schick“ machen, ging es ans Schmieden.

Dazu wird der Ring auf dem sog. Ringstock gehalten und mit dem Hammer bearbeitet – immer mit viel Vorsicht.

030Der Hammer, der diesmal zum Einsatz kam, war an der Finne angeschliffen. Wenn der den Finger trifft, tut das nicht nur sehr weh, sondern verursacht auch sehr starke Verletzungen.

Durch die angeschliffene Finne bekommt der Ring eine sehr interessante OberflÀche mit vielen Kerben.

Nach dem schmieden wurde der Ring noch schnell auf die richtige RinggrĂ¶ĂŸe gebracht und schon gind es mit der Fassung weiter. Diese wurde auf den Ring aufgelötet.

099Damit war der Ring auch fast fertig … aber nur fast.
Die Innenkanten des Rings waren noch scharfkantig – mir gefĂ€llt das nicht, bzw. ich finde das sehr unbequem zu tragen. Also werden diese gebrochen. Ich könnte dazu einen Schaber oder eine Feile nehmen – oder einen ZylinderfrĂ€ser… Das GerĂ€usch erinnert an Zahnarzt-Besuche 😉
Damit geht es aber schneller als mit der Feile … Nachteil ist allerdings, dass man das Metall dann auch im Gesicht hat.

 

Das Goldschmiedehandwerk hat nicht nur goldenen Boden.

 

146Weiter ging es dann mit dem schmirgeln der Innenseite. Erst wenn alle Macken entfernt sind und die Innenseite gleichmĂ€ĂŸig ist, kann der Ring poliert werden.

Abschließend wurden die Peridots von einem Juwelenfasser fachgerecht gefasst.
Warum zum Fasser? Das ist ein eigenstĂ€ndiger Berufszweig. Ich selbst kann die ein oder andere Fassung auch fassen, aber es gibt immer wieder Herausforderungen. Eine Tropfenfassung und dazu noch ein Peridot, der schon kaputt geht, wenn man ihn böse anguckt (ĂŒbertrieben gesehen) muss ich nicht fassen.
Das ĂŒberlass ich lieber dem Fachmann.

Trauring Kurs mit Freunden

Trauring Kurs mit Freunden

Wenn Freunde zum Trauring Kurs kommen …

Es ist immer wieder schön, wenn Paare ihre Ringe selber schmieden möchten =) Und wenn es dann noch sehr gute Freunde sind, macht der Trauring Kurs noch mehr Spass…
Eine RĂŒckmeldung gab es von den Beiden auch, was mich sehr gefreut hat und immer noch freut.

Liebe Brigitta,

Unser Trauring Kurs bei Dir war sehr schön, spannend und lustig. Als Du uns die beiden GoldstrĂ€nge gezeigt hast und sagtest „dass werden Eure Ringe“, war ich doch erst etwas skeptisch – „sind die nicht eigentlich rund?“
Mein Mann war da etwas zuversichtlicher
 Nach einigen Stunden Material ziehen, walzen und darauf herum hÀmmern sahen unsere Rohlinge wirklich schon mal nach Ringen aus. Und stolz waren wir da schon wie Oskar. Dann ging es weiter. Um es kurz zu machen, nach zwei Tagen und unzÀhligen gerissenen SÀgeblÀttern waren unsere Ringe fertig. Sie sind genau so geworden, wie wir sie uns vorgestellt haben. Und was das Beste ist, wir haben sie wirklich selber gemacht.

Danke fĂŒr Deine Anleitungen, dass Du uns immer gut zugeredet hast und mit einer SelbstverstĂ€ndlichkeit gesagt hast „das schafft ihr schon“. Nur in absoluten NotfĂ€llen hast Du eingegriffen und uns so wirklich ganz allein an unserem GlĂŒck schmieden lassen.

Es war eine tolle Erfahrung, ein spannender Einblick in Deine Arbeit und eine unvergessliche Zeit. Vielen Dank dafĂŒr.

Britta und Heiko

 

So, und jetzt möchte ich mal einen kleinen Einblick geben, wie ein Trauring Kurs bei mir in der Goldschmiede ablĂ€uft und was fĂŒr einzelne Schritte notwendig sind, um am Ende tolle Ringe am Finger zu haben.

Alles fĂ€ngt mit einen StĂŒck Gold an – in diesem Fall war es ein viereckiger Weißgolddraht. Dieser wird gewalzt und entsprechend der Vorstellungen oval gezogen.
Anschließend werden die Ringe grob in Form gebogen.Trauring Kurs

Nach dem Biegen – dabei sollten die Enden so nah wie möglich aneinander stehen – wird diese Fuge nocheinmal durchgesĂ€gt. Dann passen die Enden exakt aufeinander und es kann gelötet werden.

Am einfachsten ist es, wenn das Lot in dieser Fuge steckt. Dann kann das Lot nirgendwo anders hinfließen, als an die gewĂŒnschte Stelle. Das Lot ist quasi der „Kleber“ fĂŒr das Weißgold.
Da man immer etwas mehr Lot nimmt, als man eigentlich braucht, muss der Überschuss so sorgfĂ€ltig wie möglich möglich verfeilt werden. Sonst hat der Ring nachher einen „Hubbel“ – das sieht sehr unschön aus.

Der Ring war ja nach dem Biegen und dem Löten noch nicht wirklich rund – das erledigen wir mit dem Ringriegel und vorerst mit einem Gummihammer. Ein Metallhammer wĂŒrde Kerben im Gold hinterlassen – das ist in diesem Fall unerwĂŒnscht …

Trauring Kurs

Meistens ist der Ring nach dem Richten noch nicht ganz rund und oftmals stimmt die GrĂ¶ĂŸe noch nicht ganz. Also erledigen wir beide Probleme auf einmal. Mit dem „Schwanenhals“ (ich habe keine Ahnung, warum diese Maschine so heißt) wird der Ring in Form gedrĂŒckt. Dabei wird er auch etwas gestaucht, also kleiner gedrĂŒckt.

Damit sind die Trauringe auch schon fast fertig – aber nur fast …
Die Ringe sollten noch Zierrillen bekommen. Gesagt – getan. Aber bitte mit Vorsicht, die SĂ€geblĂ€tter sind sehr dĂŒnn und sĂ€gen auch gerne mal ins Fleisch.
Anschließend werden die Ringe innen und außen poliert und zu guter letzt bekommen sie eine schlagmatte OberflĂ€che. Der Handschuh ist dafĂŒr da, dass es nicht ganz so doll weh tut, wenn die DrĂ€hte der SchlagbĂŒrste mal nicht den Ring treffen 😉

Trauring Kurs

 

Und damit sind die Trauringe dann auch fertig … Die Steine hab ich noch eingefasst. Das Endergebnis kann sich sehen lassen. Ich war und bin mĂ€chtig stolz auf meine Freunde – das haben sie wirklich sehr gut gemacht.

Und direkt noch hinterher: Bei mir hat noch kein Paar den Trauring Kurs beendet und hatte unfertige oder unschöne Ringe 😉 Zur Not wird etwas lĂ€nger gemacht…

Die tollen Bilder sind nicht von mir – die sind von meiner Freundin und Lieblingsfotografin Britta Schlier.